Ali Seena mit Gastvater Andreas Jenne (links) und die Gastmutter Renate Rückel mit Mahrabudin (rechts) in der Kinder- und Jugendklinik Erlangen.
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22.12.2009
Kinderkardiologie
Kurz vor Weihnachten hat die Hamburger Stiftung RobinAid gestern Abend (21.12.09) zwei schwerkranke Kinder aus Afghanistan zu einer lebensrettenden Therapie in die Kinderkardiologische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Leiter: Prof. Dr. Sven Dittrich) gebracht. Getragen wird die Hilfsaktion von RobinAid zusammen mit der Aktion „Kinderherz-OP“ des Uni-Klinikums Erlangen. Bei einem Pressetermin am Dienstag, 22. Dezember 09, bat Prof. Dittrich die Bevölkerung um Spenden für die Behandlung der Kinder.
Der vierjährige Mahrabudin aus Badakhshan und der fünfjährige Ali Sena leiden beide an einer Pulmonalisstenose. Beide Kinder sind dadurch in ihrer körperlichen Leistung stark eingeschränkt und hätten – wenn ihnen nicht durch einen Herzkathetereingriff im Uni-Klinikum Erlangen geholfen würde – nur noch wenige Monate zu leben. Die notwendige Therapie war in Afghanistan nicht möglich, darum entschied sich die Hilfsorganisation RobinAid unter Vorsitz des Hamburger Arztes Dr. Matthias Angrés, die beiden Buben zusammen mit vier weiteren Kindern, die in anderen deutschen Kliniken behandelt werden, auszufliegen. Die beiden Kinder sind vor und nach der Behandlung in zwei Pflegefamilien in Erlangen und Geiselwind untergebracht und werden dort ihr erstes Weihnachtsfest verbringen. Der Eingriff am Herzen ist nach den Voruntersuchungen im Januar geplant.
Die Kosten für Flug und Krankenhausaufenthalt müssen über Spendengelder gedeckt werden. Daher bittet das Uni-Klinikum Erlangen um Spenden auf folgendes Konto: Konto-Nr. 770 bei der Stadtsparkasse Erlangen (BLZ 763 500 00), Stichwort: „Kinderherz-OP“.
Der Erlanger Bürgermeister Gerd Lohwasser (links) übernahm die Patentschaft bei der Hilfsaktion für Ali Seena (links) und Mahrabudin (rechts mit Gastmutter Renate Rückel)
Der Vorsitzende und Gründer der Hamburger Stiftung RobinAid, Dr. Angrés, holte insgesamt sechs Kinder aus Afghanistan zu lebensrettenden Operationen nach Deutschland. Er sagte: „Diese sechs Kinder konnten wir in unserem Kinderkrankenhaus in Kabul nicht heilen. Darum haben wir unsere Schützlinge in unsere Partnerkliniken in Lübeck, Hannover, Minden und Erlangen gebracht.“ Dr. Angrés weiter: „Unsere Gasteltern betreuen die Kinder, ohne Rechnungen zu stellen. Doch die Kosten, die den Kliniken entstehen, müssen ebenso wie die Flugkosten gezahlt werden.“ Dafür kommt RobinAid bei den beiden Erlanger Kindern in Zusammenarbeit mit der Hilfsaktion „Kinderherz-OP“ des Uni-Klinikums Erlangen auf.
Die Aktion „Kinderherz-OP“ ist eine Initiative der Kinderkardiologischen Abteilung (Prof. Dr. Sven Dittrich) und der Kinderherzchirurgischen Abteilung (Prof. Dr. Robert Cesnjevar) des Universitätsklinikums Erlangen. Ihr Ziel: bedürftige, schwer herzkranke Kinder aus dem Ausland im Universitätsklinikum Erlangen zu heilen. Dieses Ziel kann das Uni-Klinikum Erlangen als Anstalt des öffentlichen Rechts nicht aus eigenen Mitteln finanzieren, sondern ist auf Spenden angewiesen. Die Spendengelder werden ohne Abzug von Verwaltungskosten, Kontogebühren oder Sonderhonoraren ausschließlich für die medizinische Behandlung verwendet. Das erste Kind, dem im Rahmen der Aktion 2008 geholfen werden konnte, war die herzkranke Andreea aus Rumänien. Im Rahmen der Aktion „Kinderherz-OP“ werden nur Kinder betreut, die von einer anerkannten, gemeinnützigen Organisation – wie z. B. RobinAid – mit einer gesicherten herzchirurgischen Diagnose an das Uni-Klinikum überwiesen werden.
Beim Pressetermin zum Start der Spendenaktion für die beiden herzkranken Kinder übergaben die Schulsprecher des Erlanger Fridericianum zusammen mit Schuldirektor Gerhard Hammer und Lehrer Tom Böse 850 € für die Aktion "Kinderherz-OP" an Prof. Dr. Sven Dittrich. Ingesamt werden 10.000 € für die Behandlung benötigt.
Die Anfang 2009 gegründete medizinische Hilfsorganisation RobinAid hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern mit schweren Erkrankungen oder lebensgefährlichen Verletzungen aus Armuts-, Kriegs- und Krisengebieten den Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung zu schaffen. Außerdem beteiligt sich RobinAid am Aufbau bedarfsgerechter lokaler Krankenhäuser vor Ort, entsendet qualifizierte Ärzte- und Pflegeteams, stellt medizinisches Equipment sowie differenzierte Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme zur Verfügung. Daneben bringt RobinAid Kinder, die derzeit (noch) nicht in ihrem Heimatland medizinisch versorgt werden können, zur notwendigen Behandlung nach Deutschland. Schwerpunkt der Arbeit von RobinAid ist zurzeit das seit über 30 Jahren von Krieg und Bürgerkrieg zerrüttete Afghanistan, das weltweit die dritthöchste Kindersterblichkeit aufweist. Um die Arbeit zu optimieren, ist RobinAid eine Partnerschaft mit der weltweit tätigen französischen Hilfsorganisation „La chaîne de l’espoir“ („Kette der Hoffnung“ www.chainedelespoir.org) eingegangen. Kernpunkt dieser Partnerschaft ist die Beteiligung von RobinAid am medizinischen Betrieb des nach europäischen Standards arbeitenden French Medical Institute for Children (FMIC), das „La chaîne de l’espoir“ in der afghanischen Hauptstadt Kabul unterhält. Dort werden jährlich 60.000 kleine Patienten stationär und ambulant behandelt.
Weitere Informationen:
zur Hilfsaktion „Kinderherz-OP“:
Johannes Eissing, Telefon: 09131 85-36102, presse@uk-erlangen.de
zu RobinAid:
Thomas Immisch, Telefon: 040 8787 7940, immisch@hamburg-bkm.de

