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23.03.2010
HNO-Klinik
Immer mehr Menschen leiden unter einer Allergie – Frühzeitige Behandlung vermeidet gravierende Folgeschäden – Verschiedene Therapiemaßnahmen lindern Beschwerden – HNO-Klinik bietet Anlaufstelle für Betroffene
ERLANGEN – Die Nase läuft, die Augen tränen, die Haut juckt. Viele Menschen kennen das Gefühl, wenn im Frühjahr Hochsaison für Pollenflug ist. Schätzungen zufolge leidet jeder vierte Deutsche unter einer Allergie, Tendenz steigend. Eine Vielzahl von rezeptfreien Medikamenten ist zwar mittlerweile in den Apotheken erhältlich, trotzdem ist der Gang zum Facharzt dringend zu empfehlen, um gravierende Folgeschäden zu vermeiden.
Allergien auf dem Vormarsch
Die Zahl der Allergiker ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. War vor 80 Jahren nur rund ein Prozent der Bevölkerung allergisch, ist heute in Deutschland etwa jeder Vierte betroffen. Das Abwehrsystem eines Allergikers erkennt eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Gräser- oder Pflanzenpollen als fremd und gefährlich. Dies setzt einen Abwehrprozess in Gang, der Betroffene entwickelt eine Allergie mit den verschiedensten Symptomen. Bei etwa 20.000 Substanzen ist eine allergieauslösende Wirkung bekannt. Grundsätzlich kann jeder Stoff allergisierend wirken – meist sind es jedoch Pollen, Hausstaub, Lebensmittel und Tierhaare. Allergieauslösende Stoffe treten insbesondere über die Atemwege, den Magendarmtrakt und die Haut in Kontakt mit dem Körper. Die Symptome einer Allergie sind vielfältig. Die meisten Menschen leiden unter roten, tränenden Augen, einer laufenden oder verstopften Nase, einer juckenden Rötung auf der Haut oder einem trockenen oder nässenden Hautausschlag.
Spezielle Sprechstunden und Methoden zur Allergiediagnostik
Die HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen bietet spezielle Sprechstunden für Betroffene an. In der Klinik kümmern sich Experten um die ambulante Behandlung von Allergien. Menschen mit Problemen der Atemwege und der Schleimhäute finden in der HNO-Klinik Rat. Und auch Patienten, die mit verschiedenen Formen von Beschwerden zu kämpfen haben, sind in der HNO-Klinik gut aufgehoben. „Wir überweisen dann je nach Fragestellung in die entsprechend spezialisierte Abteilung“, sagt Dr. Susanne Mayr von der HNO-Klinik.
In der Erlanger HNO-Klinik wird eine Vielzahl von Diagnosemöglichkeiten angeboten. Mit einem Hauttest wie beispielsweise dem häufig angewandten Pricktest oder einer Blutuntersuchung können mögliche Auslöser für die Allergie festgestellt werden. Meist wird schnell deutlich, auf welche Stoffe ein Mensch allergisch reagiert. Außerdem können durch eine professionelle Allergiediagnostik Kreuzallergien zu bestimmten Nahrungsmitteln wie Stein- oder Kernobst in Kombination mit Birkenpollenflug aufgeklärt werden.
Von der Allergie zum Asthma
Die Symptome von Allergien können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Patienten sind in der Pollenflugzeit beispielsweise bei Freizeitbeschäftigungen im Freien massiv eingeschränkt. Auch auf den Beruf wirken sich die Begleiterscheinungen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche negativ aus.
Doch nicht nur die Lebensqualität leidet. „Allergien sollten nicht unterschätzt werden“, warnt die Expertin der Klinik, „denn unbehandelte Allergien können zu chronischen und lebensbedrohlichen Erkrankungen werden“. Durch den oftmals leichtfertigen Umgang mit der Allergie wird immer häufiger aus dem Heuschnupfen chronisches Asthma. Die Lunge funktioniert nicht mehr richtig, es kommt zu Atemnot und Hustenanfällen. In schweren Fällen kann ein Asthmaanfall sogar lebensbedrohlich sein. „Eine frühzeitige richtige Diagnose und eine maßgeschneiderte Therapie können dies fast immer verhindern“, erklärt Dr. Mayr. Die Ärztin empfiehlt deshalb, bereits bei den ersten Anzeichen einer Allergie einen Facharzt aufzusuchen.
Verschiedene Therapieformen lindern Beschwerden
Allergien sind nicht heilbar, jedoch sehr gut behandelbar. Die Klinik bietet verschiedene Therapieformen an, die die Beschwerden lindern. Je nach Ausprägung der Allergie helfen dem Betroffenen Tabletten, Salben oder Nasensprays.
In den letzten Jahren haben besonders Nasensprays mit neu entwickeltem, nebenwirkungsarmen Kortison an Bedeutung gewonnen. Das körpereigene Hormon wirkt entzündungshemmend und ist nahezu frei von Nebenwirkungen. „Die Erfolgschancen sind sehr hoch, die meisten Patienten sind bei regelmäßiger Anwendung nahezu beschwerdefrei“, so Dr. Mayr.
Wenn medikamentöse Therapieformen nicht zum gewünschten Erfolg verhelfen, sollten Allergiker mit ihrem Facharzt über eine Immuntherapie sprechen. Die so genannte Hyposensibilisierung ist momentan die einzige Therapie, die nicht nur die Symptome bekämpft, sondern den Körper allmählich an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt. Die Patienten bekommen über mehrere Jahre hinweg jene Stoffe gespritzt, gegen die sie allergisch sind. Die Allergene können auch in Form von Tabletten oder Tropfen verabreicht werden. Die Hyposensibilisierung erfordert in beiden Fällen eine hohe Motivation und Zuverlässigkeit des Patienten, da die Behandlung nur Erfolg zeigt, wenn die Stoffe über einen langen Zeitraum verabreicht werden.
Tipps für Allergiker:
- Besorgen Sie sich einen Pollenkalender und beachten Sie den Pollenwarndienst
- Halten Sie sich bei Pollenflug möglichst wenig im Freien auf
- Meiden Sie – soweit möglich – den allergieauslösenden Stoff
- Schaffen Sie „pollenfreie Zonen“ durch Pollengitter an den Fenstern und einen speziellen Pollenfilter im Auto
- Vermeiden Sie Teppiche, Gardinen und Polster im Schlafzimmer
- Besorgen Sie sich eine spezielle Allergiker-Matratze
- Berücksichtigen Sie eine saisonale Allergie bei Ihrer Urlaubsplanung
- Suchen Sie frühzeitig einen Facharzt auf
Allergiesprechstunde der HNO-Klinik
Leiterin: Dr. med. Susanne Mayr
Montags, dienstags, freitags 8.00–14.00 Uhr
Telefonische Terminvereinbarung unter: 09131 85-33830
Die Hals-Nasen-Ohren Klinik – Kopf- und Halschirurgie ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).
Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. med. Heinrich Iro gehört zu den größten HNO-Kliniken Deutschlands. Im Jahr 2009 wurden 4.941 Patienten stationär behandelt, hinzu kamen 22.442 ambulante Fälle.
Die Klinik verfügt über 80 Planbetten in soeben modernisierter, komfortabler Ausstattung, 6 Operationssäle, eine eigene 5-Betten-Intensivstation und eine neue Hochschulambulanz.
Die HNO-Klinik bietet das gesamte diagnostische, konservativ therapeutische und operative Spektrum der HNO-Heilkunde und der Kopf-Hals-Chirurgie an.
Schwerpunkte sind: Schädelbasis-Chirurgie, implantierbare Hörgeräte, Mittelohr-Operationen, plastische und ästhetische Operationen, Nasennebenhöhlen-Chirurgie, Tumortherapie, Allergologie.
Die Klinik verfügt außerdem über besondere Expertise bei der Behandlung von Tinnitus und Schwindel. Sie unterhält zudem ein Speicheldrüsenzentrum und ein Schlaflabor.
Ansprechpartner für die Redaktionen:
Hals-Nasen-Ohren Klinik – Kopf- und Halschirurgie
Dr. med. Susanne Mayr
Waldstr. 1
91052 Erlangen
E-Mail: susanne.mayr@uk-erlangen.de
Birke|Partner Kommunikationsagentur GmbH
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