21.11.2007
Universitätsklinikum Erlangen / Klinisches Ethikkomitee
Der 6. Ethiktag des Klinischen Ethikkomitees des Universitätsklinikums Erlangen wird sich mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigen. Renommierte Referenten wie der Vorsitzende Richter am BGH a. D. Klaus Kutzer und Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, werden zu dem Thema Stellung nehmen. Damit greift das Klinische Ethikkomitee ein wichtiges Thema auf, das auch in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert wird. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer möglichen Gesetzgebung zum Thema möchte das Ethikkomitee des Universitätsklinikums auch die Perspektive der Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegenden hervorheben, für die Patientenverfügungen besonders wichtige Hinweise auf den Willen des Patienten sind.
Die Referentinnen und Referenten des 6. Ethiktags werden sich insbesondere mit der Umsetzung der Patientenverfügung im klinischen Alltag vor dem Hintergrund der gültigen Rechtslage und ihrer aktuellen Entwicklung beschäftigen. Dabei berichten Wissenschaftler aus Medizin, Ethik, Recht und Theologie über Forschungen und Erfahrungen im Umgang mit Patientenverfügungen. Diese Fragen sind umso wichtiger, da Patientenverfügungen die klinisch Tätigen immer wieder vor Probleme stellen: In welchem Ausmaß sind Patientenverfügungen rechtlich verbindlich? Welchen formalen Anforderungen müssen und sollen sie genügen? Kann ihre Befolgung manchmal dem Ethos der Heilberufe widersprechen?
Im Einzelnen werden die folgenden Bereiche diskutiert: Die aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der Patientenverfügungen (Prof. Dr. Andreas Frewer). Die Patientenverfügung im ärztlichen Kontext (Frau Dr. Gisela Bockenheimer, Frankfurt). Empirische Studien über die Verbreitung und Akzeptanz von Patientenverfügungen (PD Dr. Birgitt van Oorschot, Würzburg). Aktuelle Rechtslage und Stand des parlamentarischen Verfahrens (Vors. Richter am BGH a. D. Klaus Kutzer, Karlsruhe). Entscheidungsunfähigkeit und Patientenverfügung (Dr. Uwe Fahr, Prof. Dr. Cornel Sieber). Die Patientenverfügung aus Sicht der Bundesärztekammer (Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Berlin).
Der 6. Ethiktag findet statt am 24. November 2007 von 10.00 bis 18.00 Uhr im Kollegienhaus der Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsstraße 15, 91054 Erlangen. Der Teilnehmerbeitrag für Interessierte beträgt EUR 50,- (inklusive Bewirtung und ein Mittagessen). Weitere Infos und Anmeldung unter www.ethiktag.uni-erlangen.de oder Tel.: 09131 85-26430. Kurzfristig Entschlossene können sich noch am Tag der Veranstaltung anmelden.
Vertreter der Medien sind zu der Veranstaltung kostenlos herzlich eingeladen. Anmeldung über die Geschäftsstelle des Klinischen Ethikkomitees des Uni-Klinikums.
Das Klinische Ethikkomitee wurde 2002 am Universitätsklinikum Erlangen auf Initiative engagierter Wissenschaftler und des Klinikumsvorstands eingerichtet. Das Ethikkomitee bietet ein Forum für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen im klinischen Alltag. So beschäftigen sich Arbeitsgruppen des Ethikkomitees beispielsweise mit Problemen der Aufklärung von Patientinnen und Patienten, ethischen Konflikten am Lebensbeginn sowie der Ethikberatung auf den Stationen. Im Rahmen der Ethikberatung haben Ärztinnen und Ärzte, Pflegende sowie Angehörige die Möglichkeit, gemeinsam schwierige Entscheidungen mit Hilfe von Moderatoren und Experten zu besprechen.
Weitere Informationen:
Dr. phil. Uwe Fahr
Geschäftstelle Klinisches Ethikkomitee
Telefon: 09131 85-26435
E-Mail: uwe.fahr@ethik.med.uni-erlangen.de
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang Rascher
Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees
Prof. Dr. med. Andreas Frewer, M.A.
Professur für Ethik in der Medizin
Telefon: 09131 85-26431
E-Mail: andreas.frewer@ethik.med.uni-erlangen.de