Prof. Dr. Werner Bautz (mitte), Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Erlangen, Prof. Dr. Rolf Sauer (links), Direktor der Strahlenklinik, Oberarzt Dr. Oliver Ott (rechts) und eine „Patientin“ bei der Vorstellung des neuen Hyperthermiegerätes.
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17.12.2007
Strahlenklinik
Die weltweit modernste Anlage für die Behandlung mit Wärmestrahlen gegen Krebs (Tiefenhyperthermie) wurde heute (17.12.07) am Universitätsklinikum Erlangen eröffnet. Die Anlage kombiniert ein modernes Hyperthermiegerät mit einem leistungsstarken Kernspintomografen (MRT). „Mit unserem neuen Großgerät können wir bösartige Tumoren mit gezielter Wärmestrahlung so schwächen, dass sie durch eine Strahlen- und Chemotherapie leichter abgetötet werden“, sagte der Direktor der Strahlenklinik, Prof. Dr. Rolf Sauer, vor der Eröffnung.
Bei der Behandlung mit Wärmestrahlen (Hyperthermie) erwärmen elektromagnetische Wellen die Tumorzellen auf 40 - 44°C. Mit dem in Erlangen, zusätzlich zu dem seit 2003 bestehenden Tiefenhyperthermiesystem BSD-2000-3D, eingesetzten Gerätetyp BSD 2000-3D-MRI der amerikanischen Firma BSD Medical Corp. (Salt Lake City/USA) kann die Temperaturverteilung dreidimensional geplant und unter Kontrolle eines 1,5-Tesla-MRT von Siemens Medical Solutions präzise gesteuert werden. Die Wärmestrahlung tötet Krebszellen ab oder schwächt sie deutlich. Konventionelle Therapien wie Strahlentherapie und Chemotherapie können erheblich besser wirken. „Profitieren werden von dem neuen, fast 3 Millionen Euro teuren Erlanger Großgerät Krebs-Patienten aus Deutschland und dem benachbarten Ausland, bei denen bislang Standardverfahren wie Strahlen- und Chemotherapie ohne zusätzliche Hyperthermie zu keiner befriedigenden Heilungsrate führten“, sagte Prof. Sauer. Aktuell werden in der Strahlenklinik des Erlanger Universitätsklinikum u. a. das lokal fortgeschrittene Gebärmutterhalskarzinom, das Harnblasenkarzinom, Prostatakarzinom, Weichteilsarkom und das Maligne Melanom sowie lokal rezidivierende Rektum- und Mammakarzinome zusätzlich mit Hyperthermie therapiert. „Weitere therapeutische Indikationen sind in Vorbereitung“, so Prof. Sauer.
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Bislang war der Zugang zur Hyperthermie durch die Unmöglichkeit, unblutig die Temperaturen im Körpergewebe zu messen, stark behindert. „Hier ist nun durch die Integration des Hyperthermie-Applikators in das Magnetfeld des Kernspintomographen (MRT) ein wesentlicher Entwicklungsschritt gelungen“, sagte Prof. Sauer.
Hyperthermie kann das Leben von schwerkranken Tumorpatienten verlängern
Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen deutlich, dass eine Hyperthermie in Kombination mit Strahlen- und/oder Chemotherapie das Leben von schwerkranken Krebs-Patienten verlängern und Tumore zuverlässig kontrollieren kann. Im Erlanger Hyperthermie-Zentrum werden Krebspatienten mit allen drei Therapieformen (trimodale Therapie: Strahlentherapie + Chemotherapie + Hyperthermie) behandelt. „Die Erlanger Strahlenklinik verfügt über 25 Jahre Forschungswissen im Bereich der Hyperthermie. Das wollen wir mit dem neuen Großgerät für den Heilungsprozess unserer Patienten einsetzen“, sagte Prof. Sauer.
Nach richtungweisenden Vorarbeiten in der Berliner Charité und im Klinikum Großhadern der LMU München ist Erlangen nun der Standort mit dem modernsten Hybrid-Hyperthermie-System in Deutschland und weltweit.
Weitere Infos für Patienten:
Tumorzentrum Erlangen-Nürnberg
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