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Kinderklinik, Uni-Klinikum

Großer Genuss für kleine PKU-Patienten

Kinder mit seltener Stoffwechselstörung bereiteten eiweißarme Pizzen zu

Eine Steinofenpizza genießen, ohne über die eigene Gesundheit nachdenken zu müssen: Das durften Kinder mit der angeborenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU) jetzt in der Erlanger Osteria "La vita è bella ". Organisiert wurde das „Pizza-Event“ von den Mitarbeitern des Bereichs Stoffwechselmedizin der Kinder- und Jugendklinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Rascher) des Universitätsklinikums Erlangen.

Der Körper eines PKU-Patienten kann die Aminosäure Phenylalanin nicht ausreichend abbauen. "Menschen mit PKU müssen deshalb lebenslang eine eiweißarme Diät einhalten", erklärte Oberarzt Dr. Holger Blessing vom Bereich Stoffwechselmedizin der Kinderklinik. "Da aber praktisch alle Lebensmittel Eiweiß, also auch Phenylalanin enthalten, ist eine adäquate Ernährung nur mit eiweißarmen Spezialprodukten umzusetzen. Die sind ausschließlich im Fachhandel erhältlich und viel teurer als normale Lebensmittel." Somit ist der Besuch einer Pizzeria für Kinder mit PKU eigentlich undenkbar.

Zehn Familien mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren nutzten nun die Gelegenheit und kneteten fleißig eiweißarmen Pizzateig, den sie mit Tomatensoße, Oliven, Pilzen, Auberginen, eiweißfreiem Analogkäse und Wurstersatz belegten. Nebenbei erhielten die Patienten und ihre Eltern Informationen zu speziellen Produkten und konnten mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen. "Wir waren froh, die Patienten und ihre Familien auch einmal privat außerhalb der Klinik zu treffen", sagte Dr. Blessing und ergänzte: "Chronisch kranke Menschen verdienen es, am normalen Leben teilzuhaben. Dies haben wir unseren kleinen und größeren PKU-Patienten beim gemeinsamen Pizzabacken ermöglicht."

Hintergrund: Phenylketonurie

Von der PKU ist in Deutschland eines von 10.000 Kindern betroffen. Wird die eiweißarme Diät nicht eingehalten, führt das zu einem Anstieg von Phenylalanin und neurotoxischen Substanzen, der bis zur geistigen Behinderung führen kann. Die Erkrankung wurde daher früher auch als "Brenztraubensäureschwachsinn" bezeichnet.

"Die Phenylketonurie können wir im Neugeborenen-Screening am dritten Lebenstag sehr zuverlässig entdecken", sagte Dr. Blessing. "Halten die Patienten von Anfang an eine eiweißarme Diät ein und werden sie in einem spezialisierten Stoffwechselzentrum behandelt, haben sie eine ausgezeichnete Prognose. Wir betreuen im Bereich Stoffwechselmedizin etwa 100 PKU-Patienten, vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen."

Weitere Informationen:

Dr. Holger Blessing
Telefon: 09131 85-33118
E-Mail: holger.blessingatuk-erlangen.de

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