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Medizinische Fakultät, Uni-Klinikum

Millionen-Förderung für Sonderforschungsbereiche

Über einen besonderen Erfolg können sich jetzt unter anderem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) freuen. Gleich zwei bestehende Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine weitere Förderperiode lang finanziert: Eine Weiterförderung in Höhe von mehr als 11 Millionen Euro erhält der SFB 643 "Strategien der zellulären Immunintervention" (Sprecher: Prof. Dr. Gerold Schuler, Inhaber des Lehrstuhls für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Direktor der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen), der seit 2004 besteht. Dieser SFB wurde jetzt um dreieinhalb Jahre verlängert und erreicht damit die Höchstförderdauer von zwölf Jahren. Der SFB 796 "Steuerungsmechanismen mikrobieller Effektoren in Wirtszellen" (Sprecher: Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Lehrstuhl für Biochemie) erhält voraussichtlich rund 9 Millionen Euro. Der SFB wurde im Jahr 2009 eingerichtet und jetzt um vier Jahre verlängert.
Prof. Dr. Gerold Schuler
Prof. Dr. Gerold Schuler

Von der Grundlagenforschung bis zur Patientenbehandlung

Immunologische Mechanismen spielen bei vielen Erkrankungen eine ganz zentrale Rolle. Sie stellen daher auch einen interessanten und vielversprechenden Ansatzpunkt zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden dar. Das Ziel des Sonderforschungsbereiches 643 "Strategien der zellulären Immunintervention" ist die Umsetzung immunologischen Wissens in neue Behandlungsverfahren. Immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung von Tumoren und Infektionskrankheiten erfordern dabei eine Stärkung der Immunantwort. Umgekehrt erfordert die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und die Vermeidung von Transplantatabstoßungen eine Abschwächung bzw. Blockade von überschießenden Immunreaktionen.

Der SFB 643 kann auf der in Erlangen traditionell sehr guten Interaktion zwischen Instituten, Abteilungen und Kliniken aufbauen und vom Vorhandensein einer hochmodernen Good-Manufacturing-Practice/GMP-Laboreinheit zur Herstellung zellulärer Therapeutika profitieren. Das Forschungsprogramm ist in drei Projektbereiche unterteilt, die eng miteinander vernetzt sind. Der erste Bereich befasst sich mit immunologischer Grundlagenforschung, der zweite konzentriert sich auf die Erforschung und Weiterentwicklung der Ergebnisse aus dem ersten Bereich im Modell und der dritte Bereich mit der konkreten Umsetzung von neuen Therapien, sprich der Behandlung von Patienten. Langfristiges Ziel ist, dass möglichst viele neue Ansätze bis zur Patientenbehandlung voranschreiten. Die Krebstherapie durch Impfung mit dendritischen Zellen sowie die Therapie von im Rahmen allogener Stammzelltransplantationen auftretenden Virusinfektionen durch adoptiven B- und T-Zell-Transfer haben bereits die klinische Erprobung erreicht und werden weiter verbessert. Zusätzliche Ansätze zur Steigerung der Abwehr gegen Infektionen sowie zusätzliche Ansätze zur Unterdrückung der Immunantwort bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen und zur Vermeidung von Transplantatabstoßungen sind in Entwicklung.

Wechselspiel zwischen Erregern und Wirt

Wie Krankheiten durch Viren und Bakterien entstehen - zu dieser zentralen biologischen Frage will der SFB 796 "Steuerungsmechanismen mikrobieller Effektoren in Wirtszellen" neue grundlegende Erkenntnisse erarbeiten. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen dabei die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in den Blick. Ihr besonderes Augenmerk gilt den strukturellen und molekularen Grundlagen und Mechanismen der Interaktion zwischen Faktoren, die Krankheitserreger zum Eingriff in den Wirtsorganismus befähigen, und Faktoren in den Wirtszellen, die die Erkrankung begünstigen.

Indem er sowohl pflanzliche als auch humane Untersuchungssysteme einbezieht, deckt der SFB ein breites Spektrum möglicher Wechselwirkungen zwischen beiden Bereichen ab. In der Gesamtschau können somit universelle wie auch spezielle Mechanismen der Entstehung von Krankheiten erkannt werden. Der Lehrstuhl für Biochemie der FAU kooperiert dazu mit mehreren Einrichtungen der Medizinischen und der Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen.  (Quelle: FAU-HP)

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Uwe Sonnewald
Telefon: 09131 85-28255
usonneatbiologie.uni-erlangen.de

Prof. Dr. Gerold Schuler
Telefon: 09131 85-33661
chefsekretariat.de@uk-erlangen.de

Außenansicht des GMP-Labors auf dem Kussmaul-Campus im Abendlicht
GMP-Labor auf dem Kussmaul-Campus. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
Außenansicht des GMP-Labors auf dem Kussmaul-Campus im Abendlicht
GMP-Labor auf dem Kussmaul-Campus. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
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