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Pflegedirektion, Uni-Klinikum

Pflege in Deutschland und in Spanien: spanische Pflegekraft gewinnt DGF-Nachwuchsförderpreis 2017

Ausgezeichnete Facharbeit vergleicht deutsches und spanisches Pflegesystem

Die Spanierin Patricia Escoda Medina hat den diesjährigen Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF) erhalten. Die 31-Jährige arbeitet auf der Interdisziplinären Operativen Intensivstation (IOI) der Anästhesiologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler) des Universitätsklinikums Erlangen. Zum Abschluss ihrer zweijährigen Fachweiterbildung zur Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie schrieb sie 2016 ihre jetzt prämierte Abschlussarbeit, in der sie die Pflegeaus- und -weiterbildung sowie die Tätigkeiten von Intensivpflegekräften in Deutschland und in Spanien vergleicht.
Patricia Escoda Medina wurde mit dem DGF-Nachwuchsförderpreis 2017 ausgezeichnet. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Patricia Escoda Medina kam 2012 mit 26 anderen spanischen Pflegekräften nach Erlangen und arbeitete von Beginn an auf der IOI. Für ihre Fachweiterbildung zur Intensivpflegekraft absolvierte sie Praxiseinsätze auf der Intensivstation der Medizinischen Klinik 1 - Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath), auf der Neurointensivstation der Neurologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Schwab) und der Neurochirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Buchfelder) sowie in der Anästhesie des Uni-Klinikums Erlangen. "Zwar hatte ich nach dem vierjährigen Pflegestudium in Spanien noch ein einjähriges Masterstudium in klinischer Intensivpflege drangehängt - die deutsche Fachweiterbildung musste ich trotzdem noch machen", erklärt Patricia Escoda Medina. Für ihre preisgekrönte Facharbeit sichtete sie Literatur, griff auf ihre eigenen Erfahrungen in beiden Ländern zurück und interviewte eine spanische Kollegin, die ebenfalls auf einer Intensivstation des Uni-Klinikums Erlangen tätig ist.

Sicherheit und Struktur

Einer der größten Unterschiede zwischen spanischem und deutschem Pflegesystem, die Patricia Escoda Medina in ihrer Facharbeit herausstellt, ist die Art der Ausbildung: Während in Deutschland eine dreijährige Berufsausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder ein Studium absolviert werden kann, müssen angehende Pflegekräfte in Spanien in jedem Fall vier Jahre lang studieren. "Die Inhalte entsprechen denen des deutschen Ausbildungsberufes, die praktischen Anteile sind fast dieselben, die theoretischen Anteile sind in Spanien aber um ein Drittel höher", erklärt die Autorin. Auch im Bereich der Fachweiterbildung und im Arbeitsalltag von Intensivpflegekräften konnte Patricia Escoda Medina Unterschiede ausmachen: "Während es in Spanien Pflegehilfskräfte auf den Stationen gibt, die etwa die Grundpflege erledigen und den Patienten das Essen bringen, deckt das eine Fachpflegekraft in Deutschland alles selbst ab." Die größten Vorteile des deutschen Systems sind für die Spanierin Sicherheit und Struktur: "Man bekommt in Deutschland eine ordentliche Einarbeitung, die Dienstpläne stehen zwei oder drei Monate im Voraus fest - und das Wichtigste: Ich habe einen unbefristeten Vertrag." In Spanien zählte Patricia Escoda Medina 81 Verträge in drei Jahren - manchmal nur über eine Woche oder gar einen Tag ausgestellt. "Ich wusste nie, wie es weitergeht, konnte keine Wohnung mieten, keinen Urlaub buchen", sagt sie. Um in Spanien einen unbefristeten Vertrag an einem öffentlichen Universitätskrankenhaus zu bekommen, muss eine Pflegekraft eine Prüfung ablegen, die Plätze dafür sind jedoch begrenzt. Auch wenn Patricia Escoda Medina einige Tätigkeiten in ihrem aktuellen Arbeitsalltag vermisst - etwa einen arteriellen Zugang zu legen oder Blutprodukte zu verabreichen - sagt sie: "Die Sicherheit, die ich heute habe, bedeutet mir sehr viel."

Mit ihrem Nachwuchsförderpreis will die DGF junge Fachpflegekräfte motivieren, ihre Abschlussarbeiten vor einem großen Publikum zu präsentieren. Die Besucher der diesjährigen Verleihung waren es auch, die Patricia Escoda Medinas engagierten Vortrag auf Platz 1 des Wettbewerbes wählten. Sie gewann ein kostenfreies Wochenende in Münster, inklusive des Besuches des Deutschen Fachpflegekongresses 2018.

Weitere Informationen:

Mariette Kesch
Telefon: 09131 85-32908
E-Mail: mariette.keschatkfa.imed.uni-erlangen.de

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