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Plastische Chirurgie, Uni-Klinikum

Zum Spenden inspiriert

Patientin der Plastischen Chirurgie unterstützt deren Forschung mit 7.500 Euro

Während ihres dreiwöchigen Krankenhausaufenthalts hatte Boya Marshall viel Zeit, um zu lesen. Dabei stieß sie auf einen Bericht über die Forschungsaktivitäten der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch) des Universitätsklinikums Erlangen. Die 75-Jährige war begeistert und beschloss, die wichtige wissenschaftliche Arbeit der Erlanger Experten zu unterstützen. Gestern (09.10.2017) nahmen Klinikdirektor Prof. Horch und seine Mitarbeiterin Dr. Aijia Cai die stolze Summe in Höhe von 7.500 Euro entgegen und nutzten die Gelegenheit, um ihrer Patientin – kurz vor deren Entlassung – Einblicke in die Zucht von körpereigenem Ersatzgewebe zu gewähren.
Dr. Aijia Cai (Mitte) und Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch erläutern Boya Marshall, wie die Stammzellen des Patienten entlang eines Nanofaser-Gerüsts zu Muskelgewebe heranwachsen. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

"Blutgefäßen beim Wachsen zusehen" lautete der Titel des Textes, der Boya Marshall zum Spenden inspirierte. Darin wird ein Forschungsprojekt der Erlanger Plastischen Chirurgie beschrieben, in dessen Rahmen die Ärzte körpereigenes Ersatzgewebe züchten und ihm dabei - dank einer innovativen Beobachtungskammer - sogar live zusehen können. "Spannend!", findet Boya Marshall und unterstützt mit ihrer Spende nun den Ansatz von Dr. Cai. "Patienten mit angeborenen oder durch Unfälle verursachten Muskeldefekten können wir bisher nur helfen, indem wir gesundes Gewebe an einer anderen Körperstelle entnehmen und verpflanzen - dabei generieren wir aber einen zweiten Defekt", erläutert die Wissenschaftlerin. "Mein Ziel ist es, mithilfe von Stammzellen der Betroffenen körpereigenes neues Muskelgewebe zu züchten." Dafür begibt sich Dr. Cai bis auf Nanoebene hinab. "Wir setzen die Stammzellen auf ein Nanofaser-Gerüst, das dem natürlichen Aufbau von Muskelfasern sehr ähnlich ist", erklärt sie. "Dieses Gerüst haben wir gemeinsam mit Werkstoffwissenschaftlern der FAU Erlangen-Nürnberg entwickelt."

Forschung nah am Patienten

Die Vorteile des Tissue Engineering - also der Gewebezüchtung - liegen auf der Hand: Da die Wissenschaftler das neue Gewebe aus Stammzellen des Patienten generieren, stößt dessen Körper die Ersatzteile später nicht ab. Außerdem bleibt dem Betroffenen ein zweiter Defekt erspart. Zwar benötigen die Forscher noch ein paar Jahre, bis ihre Ansätze tatsächlich Patienten zugutekommen, doch Nebenprodukte ihrer Arbeit helfen schon heute. "Wir forschen immer sehr nah am Patienten", sagt Prof. Horch. "Als Zwischenschritt zum funktionellen Muskelgewebe ist es zum Beispiel gelungen, eine Ersatzhaut zu entwickeln, die wir bereits bei der Therapie von Verbrennungsopfern einsetzen."

Die Spenderin selbst litt weder unter einem Muskeldefekt noch an einer Verbrennung und bei ihr wurde auch kein Tissue Engineering angewendet. "Nach einer Operation in einem anderen Krankenhaus kam es bei mir zu Komplikationen, die in der Plastischen Chirurgie des Uni-Klinikums Erlangen zum Glück behoben werden konnten", freut sie sich heute. "Hier wurde mir geholfen, ich wurde sehr gut betreut und ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass auch in Zukunft Patienten von der Arbeit der hiesigen Ärzte profitieren." Boya Marshall wird in diesen Tagen endlich nach Hause entlassen, hat ihren nächsten Besuch aber bereits angekündigt: Dann möchte sie sehen, wie weit die Erlanger Forschung in der Zwischenzeit gediehen und wo weitere Unterstützung erforderlich ist.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch
Telefon: 09131 85-33277
E-Mail: raymund.horchatuk-erlangen.de

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