Bouldern gegen Depressionen

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Alles im Griff

Halt finden – an der Wand und im Leben: Dieser Leitspruch steht für ein innovatives Konzept, das Bouldern in die Therapie von Depressionen einbezieht. Denn das seillose Klettern in der Halle macht nicht nur Spaß, sondern hilft depressiven Menschen dabei, mit beiden Beinen wieder fester im Leben zu stehen. Eine Pilotstudie der Psychiatrie konnte den Erfolg der Methode bereits wissenschaftlich nachweisen.

Mit jedem Zug geht es für die Teilnehmer
der Boulder-Therapie und der Nachsorgegruppe bergauf. Ist eine Route zu schwierig, wird kurzerhand auch mal ein zusätzlicher Griff an die Wand geschraubt – Hilfe anzunehmen, ist sowohl beim Bouldern als auch im echten Leben wichtig. Foto: Luise Laufer/Uni-Klinikum Erlangen

Alles beginnt mit einem gemütlichen Beisammensitzen. Man tauscht sich aus und plaudert bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Dann wird es still. Nur die ruhige Stimme von Therapieleiter Stefan Fuchs ist zu hören: "Wer möchte, kann jetzt seine Augen schließen. Richtet eure Aufmerksamkeit nun auf eure Atmung. Nehmt einfach wahr, wie die Luft in euren Körper strömt und wieder heraus. Kommt an in diesem Moment." Für einige Minuten führt er die Gruppe durch eine Achtsamkeitsmeditation, die fester Bestandteil der Therapie ist. Das Gedankenkarussell, das sich bei vielen oft endlos dreht, wird langsamer und stoppt im besten Fall. Damit sind gute Voraussetzungen für das anschließende Bouldern geschaffen. Nach einer kurzen Aufwärmrunde geht es an die Wand.

Kein Platz für Grübelschleifen

Die Nachsorgegruppe der Boulder-Therapeuten Stefan Fuchs und Stefan Först trifft sich einmal wöchentlich in einer Erlanger Boulder-Halle. So unterschiedlich die Teilnehmer auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Sie leiden an Depressionen und sind deshalb zur Behandlung in der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Johannes Kornhuber) des Uni-Klinikums Erlangen.

In Deutschland leiden etwa zehn Prozent der Menschen unter depressiven Symptomen. Bei circa 15 Prozent aller Frauen und bei acht Prozent aller Männer wird im Laufe ihres Lebens eine Depression diagnostiziert. Aus der Abwärtsspirale, die typisch für eine Depression ist, kommen die Betroffenen ohne therapeutische Begleitung nicht heraus.

 
 
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