Dendritische Zellen

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Auf den Spuren eines Pioniers

Entdeckungen, die Tausenden von Kranken helfen und die Medizin verändern, machen die wenigsten Ärzte. Gerold Schuler hat den Nobelpreisträger Ralph Steinman auf seinem Weg begleitet - und setzt dessen Arbeit in Erlangen fort.

Im Nachruf auf seinen Mentor und Freund schrieb Prof. Schuler: "Ralph changed my life in many ways. [...] The scientific things we made and the training I received have obviously helped me in my career.". Foto: Uni-Klinikum Erlangen

"Die größte Leistung Ralph Steinmans ist in meinen Augen, dass er sich nicht entmutigen ließ und mit seinem scharfen Verstand und seiner Beharrlichkeit seine Arbeit unbeirrt fortsetzte, obwohl er sich anfangs gegen teils verächtliche Kritiker durchsetzen musste", schreibt Prof. Dr. Gerold Schuler, Direktor der Hautklinik des Uni-Klinikums Erlangen in seinem persönlichen Nachruf auf den Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin 2011. Ausgezeichnet wurde Ralph Marvin Steinman (* 1943) für seine Entdeckung der dendritischen Zellen und ihrer Rolle in der adaptiven Immunität - allerdings starb der kanadische Immunologe drei Tage vor der Bekanntgabe an seiner langjährigen Krebserkrankung. Das Komitee entschied erstmals, einen Nobelpreis posthum zu verleihen. "Verdientermaßen", betont Gerold Schuler, der das Glück hatte, mit Ralph Steinman zu arbeiten und ihn über die Jahre als Wissenschaftler, aber vor allem auch als Freund zu begleiten.

Am 19. Januar 1973 reichte Ralph Steinman beim "Journal of Experimental Medicine" die Publikation ein, in der er die von ihm entdeckten dendritischen Zellen beschrieb: Zellen des Immunsystems, die er in der Milz identifizierte. Dem Forscher der Rockefeller University in New York war es außerdem gelungen, die Schlüsselrolle dieser Zellen zu bestimmen: denn sie fungieren als "Wachtposten" des Immunsystems. Unter dem Mikroskop betrachtet haben dendritische Zellen eine sternförmige Gestalt, fangen mit ihren Armen in den Körper eindringende Krankheitserreger sowie Antigene ab, zerlegen sie in Bruchstücke und präsentieren diese dann auf ihrer Oberfläche. Helfer- und Killer-T-Zellen - weiße Blutkörperchen, die der Immunabwehr dienen - können diese Fragmente nun "lesen", stürzen sich dann spezifisch auf den erkannten Übeltäter und bekämpfen ihn. Eine einzige dendritische Zelle kann bis zu 3.000 T-Zellen aktivieren und so eine große Immunantwort auslösen. Diese Entdeckung wurde allerdings jahrelang verkannt: Die meisten glaubten, "dass solche Zellen entweder gar nicht existierten oder nicht besonders wichtig waren", schreibt Prof. Schuler. Es sollte knapp 20 Jahre dauern, bis sich Ralph Steinmans Idee durchsetzte und weltweit anerkannt wurde. 

 
 
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