Entzündungsforschung

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Entzündungsforschung out of the box

Mit einem Sonderforschungsbereich zu einem bisher wenig bekannten Gebiet gehen Wissenschaftler des Uni-Klinikums Erlangen und der FAU Erlangen-Nürnberg den „Schaltstellen zur Auflösung von Entzündung“ auf den Grund. Das übergeordnete Ziel: Die Vorgänge von chronisch-entzündlichen Erkrankungen verstehen und neue Behandlungsansätze finden.

Enzündlich, chronisch, ungeklärt: In Europa leiden rund 45 Millionen Menschen an chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Betroffen sind vor allem der Darmtrakt, die Lunge und die Gelenke. Eine Heilung ist bisher nicht möglich. Das Optical Imaging Centre Erlangen (OICE) bietet den Forschern des SFB 1181 fortgeschrittene Bildgebungsmöglichkeiten (im Bild). Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Wie viele große Ideen begann auch der Sonderforschungsbereich (SFB) 1181 "Schaltstellen zur Auflösung von Entzündung" mit rauchenden Köpfen, kreativem Brainstorming und Ideensammlungen auf Papier. So beschreibt Prof. Dr. med. univ. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des Universitätsklinikums Erlangen, das Treffen zwischen ihm, Prof. Dr. Falk Nimmerjahn, Leiter des Lehrstuhls für Genetik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Prof. Dr. Markus F. Neurath, Direktor der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie, bei dem sie sich Gedanken darüber machten, wie man mit innovativem Out-of-the-box-Denken Methoden zur tiefergehenden Untersuchung von Entzündungen entwickeln könnte. "Die breite klinische und wissenschaftliche Kompetenz, die am Uni-Klinikum Erlangen und an der Universität in der Entzündungsforschung bereits vorhanden ist, wollten wir für ein gemeinsames Projekt nutzen, das sich einer Fragestellung widmet, der bisher wenig nachgegangen wurde: Wie schaltet der Körper Entzündungen ab, und welche sind die Auslöser für die Entstehung einer chronisch-entzündlichen Erkrankung?" Um diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, entwarfen Prof. Neurath, Prof. Nimmerjahn und Prof. Schett das Konzept für einen Sonderforschungsbereich. Dieser wurde nach zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit im Juli 2015 eingerichtet und erhielt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung in Höhe von über 14 Millionen Euro für die ersten vier Jahre.

Vom Normalfall zur Krankheit

Die drei Schaltstellen des SFB 1181 setzen dort an, wo bei einem normalen Entzündungsverlauf Chronifizierungen auftreten können. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

"Entzündungen", sagt Prof. Schett, "sind zunächst ein automatischer physiologischer Reparaturmechanismus im Körper. Wenn wir uns in den Finger schneiden oder eine Infektion von außen droht, dann schützt sich der Organismus durch eine Entzündungsreaktion. Diese verhindert das Eindringen weiterer Bakterien, räumt tote Zellen fort und stößt den Heilungsprozess an." Erkrankungen treten dann auf, wenn sich dieser Reparaturvorgang nicht wieder abstellt, sondern anhält. "Bleibt eine Entzündung bestehen, obwohl ihr Auslöser schon nicht mehr da ist, sprechen wir von einer Chronifizierung", erklärt der Sprecher des SFB 1181. Die drei am häufigsten von chronisch-entzündlichen Erkrankungen betroffenen Körperteile sind die Gelenke mit Rheumatoider Arthritis und Gicht, der Darm mit Morbus Crohn und die Lunge, die bei anhaltender Entzündung der Bronchialschleimhäute ein Asthma bronchiale entwickelt.

 
 
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