Herzforschung mit Zebrafischen

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Fische, die Herzen heilen

Eigentlich kann sich ein menschliches Herz nicht allein von Verletzungen erholen. Prof. Dr. Felix Engel und sein Forscherteam wollen das ändern und Herzinfarkt-Patienten ein besseres Leben ermöglichen. Dabei lassen sich die Wissenschaftler von einem ungewöhnlichen Tier helfen: dem Zebrafisch.

Schnelle Diagnosen, moderne
Therapien und eine weitreichende
Aufklärung sorgen in Deutschland
für rückläufige Fallzahlen und
abnehmende Sterblichkeitsraten
bei Herzinfarkten. "Trotzdem ist die
anschließende Lebensqualität der
Betroffenen nicht gut", betont Prof.
Dr. Felix Engel. "Deshalb müssen
wir Wege finden, den entstandenen
Schaden umzukehren." Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen

Der menschliche Körper ist ein Regenerationstalent. Gebrochene Knochen heilen wieder und kleine Wunden wachsen zu. Das Blut erneuert sich alle 120 Tage, die Epithelschicht des Darms sogar einmal pro Woche. Und das Herz? Das tanzt aus der Reihe, denn: Die Herzmuskelzellen des Menschen bleiben stets die gleichen. Ein Leben lang wachsen und altern sie mit ihm, teilen und regenerieren sich aber nicht. Umso fataler sind daher Verletzungen dieses lebenswichtigen Organs. Ein Herzinfarkt etwa lässt fünf bis 30 Prozent der Herzmuskelzellen absterben – unwiederbringlich. Der Patient muss versuchen, mit diesem beschädigten Herzen weiterzuleben. Er hat sich der Erforschung dieses Phänomens verschrieben: Prof. Dr. Felix Engel, Inhaber der Professur für Experimentelle Nieren- und Kreislaufforschung in der Nephropathologischen Abteilung (Leiterin: Prof. Dr. Kerstin Amann) des Uni-Klinikums Erlangen.

Seit zwanzig Jahren forscht der gebürtige Berliner nach einem Weg, menschliche Herzmuskelzellen doch zur Teilung anzuregen. Im Fokus seiner Arbeit steht ein ungewöhnliches Tier: der Zebrafisch. "Dessen Herz heilt nämlich sehr wohl von allein", erklärt Prof. Engel. "Lange wussten wir nicht, was bei ihm anders ist als bei uns Menschen. 2015 aber fanden wir heraus: Einen entscheidenden Unterschied macht das Zentrosom." Dieses Zellorganell sorgt für die erforderliche Spaltung des Zellkerns, der die Erbinformationen enthält. "In Herzmuskelzellen von Säugern wie dem Menschen zerfällt das Zentrosom kurz nach der Geburt, während es bei Zebrafischen intakt bleibt", sagt Felix Engel. "Seit dieser Erkenntnis konzentrieren wir uns auf eine Frage: Wie können wir dem Zebrafisch – zumindest in dieser Hinsicht – ähnlicher werden?"

 
 
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