Stomatherapie

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Innen sind wir alle rosa

Stomapflege der ersten Stunde: Zwei Fachpflegekräfte der Koloproktologie entdramatisieren das Schreckgespenst Stoma. Einfühlsam beraten und versorgen sie ihre Patienten und bereiten sie auf ein selbstständiges Leben nach der Operation vor.

Zwischen Pflege und psychologischer Betreuung: Die Fachpflegekräfte Scarlett Summa (l.) und Gabriele Hofmann nehmen Betroffenen die Scheu vor dem Stoma und weisen Patienten die Richtung – weg von großer Dramatik, hin zu Akzeptanz und Normalität. Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen

"Ein künstlicher Darmausgang? Damit kann ich nie wieder Fußball spielen oder schwimmen und muss meine Ernährung noch weiter einschränken. Meine Freundin wird sich dann auch von mir trennen! Lieber will ich nicht mehr leben!" Diese Gedanken übermannten Martin S. regelrecht, als ihm die Ärzte zu einem Stoma (griech.: Öffnung) rieten – einer künstlichen Ausleitung seines Darms durch die Bauchdecke. Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn hatte bei dem 29-Jährigen jahrelang zu heftigen Durchfällen, Darmblutungen und Krämpfen geführt. Er verlor viel Gewicht und fühlte sich permanent kraftlos. Um die dauerentzündete Darmwand zu entlasten, wurde im Frühjahr 2017 ein Enterostoma unausweichlich. "Eigentlich hat jeder, der einen künstlichen Darm- oder Blasenausgang bekommt, die gleichen Ängste wie Martin S. – und dazu Hunderte von Fragen", sagt Gabriele Hofmann, eine von zwei Fachpflegekräften "Stoma, Kontinenz und Wunde" in der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Robert Grützmann) des Uni-Klinikums Erlangen.

Gabriele Hofmann und ihre Kollegin Scarlett Summa weisen Stomapatienten den Weg zurück in die Normalität. Viele Menschen, die ein dauerhaftes oder vorübergehendes Entero- oder Urostoma bekommen, hatten Darm- oder Blasenkrebs. Doch es finden sich auch andere Indikationen, gerade bei jungen Patienten: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn von Martin S., die Colitis ulcerosa oder eine Divertikulitis können ein Stoma nötig machen. Seltenere Ursachen sind Verletzungen, angeborene Fehlbildungen oder Nervenschäden, wegen derer die Betroffenen die Kontrolle über ihren Darm oder ihre Blase verlieren.

 
 
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