Traumatherapie

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Quälende Erinnerungen

Etwa jedem Dritten widerfährt im Laufe seines Lebens ein traumatisches Ereignis, das zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung führen kann. Adäquate Therapieangebote sind selten. Die Erlanger Psychosomatik möchte das nun ändern.

In ihrer Kindheit wurde die heute 35-jährige Carolin E. sexuell missbraucht. In der Ehe erfährt sie körperliche Gewalt. Um sich von den schrecklichen Erfahrungen abzulenken, stürzt sie sich in die Arbeit, überfordert sich ständig. Schlafstörungen, Panikattacken und die wiederkehrenden quälenden Erinnerungen zermürben die junge Frau. Sozial zieht sie sich mehr und mehr zurück, wird misstrauisch gegenüber anderen und verlässt schließlich kaum noch das Haus. Carolin E. leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Geholfen wird ihr in der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Uni-Klinikums Erlangen. Bisher gibt es für Betroffene jedoch viel zu wenige adäquate Behandlungsangebote. Die Leiterin der Psychosomatik, Prof. Dr. (TR) Yesim Erim, und ihr Team möchten dies ändern und die Versorgung traumatisierter Menschen in der Region verbessern. Mit der Etablierung eines teilstationären Traumasettings am Uni-Klinikum Erlangen ist der erste große Schritt gemacht.

Vielfältige Ursachen

Die Traumatherapie setzt sich aus vielen unterschiedlichen Behandlungsinhalten und -methoden zusammen. Die Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung ist eine davon. Dabei folgt der Patient mit seinen Augen den Fingern des Therapeuten und denkt dabei an das traumatische Ereignis. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Kein Tag vergeht ohne Berichte über traumatische Ereignisse wie Kriege, Naturkatastrophen, schwere Unfälle oder körperliche, oft sexuelle Gewaltverbrechen. In Deutschland erlebt etwa jeder Dritte im Laufe seines Lebens ein traumatisches Geschehnis, das direkt oder zu einem späteren Zeitpunkt eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auslösen kann. "Ob sich nach einer belastenden Situation eine psychische Erkrankung entwickelt, hängt von vielen Faktoren wie der Schwere, der Dauer und der Art des Erlebten sowie der individuellen psychischen Widerstandsfähigkeit ab", sagt Dr. Andrea Silbermann, therapeutische Leiterin der Psychosomatischen Tagesklinik. 80 Prozent der PTBS-Betroffenen entwickeln zudem Traumafolgestörungen wie Depressionen, Ängste, Suchterkrankungen, Ess- und Schmerzstörungen.

 
 
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