Ernährung und Sport bei Krebs

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Mehr Mut!

Kranke sollen sich schonen, das Bett hüten und neue Kräfte sammeln. Diese Regel galt lange Zeit auch für Krebspatienten. Studien belegen nun aber das Gegenteil: Körperliche Aktivität unterstützt die Behandlung und verleiht Lebensmut.

Die Übungen dauern nur 20 Minuten, aber ins Schwitzen kommt Peter Rennecke trotzdem: Unter Anleitung eines Sportstudenten absolviert er zweimal wöchentlich ein Ganzkörper-Elektrostimulationstraining. In die Weste, den Gesäßgurt und die Manschetten für Oberarme und Oberschenkel sind Elektroden eingearbeitet, die die Körpermuskulatur zusätzlich stimulieren. EMS-Training kommt bereits seit einigen Jahren erfolgreich bei (Profi-)Sportlern zum Einsatz. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

"Wenn das Wohlbefinden steigt, steigen auch die Chancen auf den Therapieerfolg", sagt Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Inhaberin der bayernweit ersten Professur für Klinische und Experimentelle Ernährungsmedizin. "Ein mobiler Patient hat mehr Energie und damit mehr Mut – vor allem mehr Lebensmut." Optimismus und Zuversicht allein könnten einen Krebskranken zwar nicht heilen, aber einen entscheidenden Beitrag leisten, um die häufig langwierige Behandlung besser zu vertragen und zu einem guten Ende zu bringen. Denn was oft vergessen wird: Betroffene jeder Altersstufe haben zwar einerseits mit dem Tumor selbst, aber andererseits auch mit vielen Begleiterscheinungen zu kämpfen. Gerade die Chemo- und die Strahlentherapie gehen u. a. mit Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Entzündungen einher. Wer aber krank ist und die Lust zu essen verliert, der büßt außerdem seine Muskulatur ein, wird schwächer, fühlt sich kraft- und antriebslos. "Hier können und hier wollen wir ansetzen", erläutert Prof. Zopf. "Egal, wie aussichtslos die Situation erscheint, es ist immer möglich, etwas zu erreichen."

Anfangs sind es meist nur ganz kleine Schritte, die die Patienten im Rahmen der Bewegungstherapie an der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath) des Uni-Klinikums Erlangen machen. Unter Anleitung absolvieren die Betroffenen ein Ganzkörper-Elektrostimulationstraining (EMS): zu Beginn nur wenige, später bis zu 20 Minuten. Während die Teilnehmer in spezieller Ausrüstung die Übungen nachmachen, die sie auf dem Monitor vor sich sehen, werden ihre Muskelzellen durch niederfrequente Stromimpulse mit geringer Stromstärke angeregt. Das verstärkt den Trainingseffekt. Von diesem Angebot und der dazu laufenden Studie erfuhr Peter Rennecke zufällig über einen Fernsehbeitrag und nahm gleich Kontakt auf. "Ich habe in meinem Leben schon immer viel Sport getrieben", berichtet der Polizeibeamte im Ruhestand. Seit bei ihm im Frühjahr 2014 allerdings ein Bauchspeicheldrüsenkarzinom diagnostiziert wurde und er sich in Behandlung begeben musste, habe er deutlich Muskulatur und Gewicht verloren. "Ich betrachtete mich im Spiegel und erkannte mich nicht mehr", erinnert er sich. Heute sucht Peter Rennecke geradezu die Herausforderung, und die Anstrengung macht ihm sichtlich Spaß: "Zweimal die Woche komme ich hierher und trainiere. Die körperliche Aktivität hebt meine Laune, meine Muskeln bilden sich wieder aus und ich nehme Energie mit nach Hause. Nach meiner Einheit am Freitag stehe ich sozusagen das ganze Wochenende unter Strom."

 
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