Hornhauttransplantation

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Je dünner desto besser

Im Kampf gegen die Erblindung durch Hornhauterkrankungen mussten Operateure schon immer Fingerspitzengefühl beweisen. Eine neue OP-Methode geht noch mehr ins Detail, erfordert noch mehr Geschick - und bringt die Sehschärfe zurück.

Nach dem gut dreiwöchigen Konservierungsverfahren warten die gespendeten Hornhäute in einem Nährmedium auf ihren Einsatz. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Die Pionierleistung der Augenklinik zieht Patienten aus ganz Deutschland, aber auch von anderen Kontinenten an: Zahlreich reisen sie in die Hugenottenstadt, um hier von einer revolutionären Operationsmethode zu profitieren. Klinikdirektor Prof. Dr. Friedrich E. Kruse und sein Team setzen im Kampf gegen die Erblindung infolge einer Verletzung oder Erkrankung der Hornhaut ein völlig neues Verfahren ein: die Transplantation der Descemet'schen Membran mit darauf liegendem Endothel (DMEK). Dieser Eingriff stellt sozusagen eine Weiterentwicklung der klassischen Hornhauttransplantation dar, denn nun werden nur noch einzelne Schichten der Cornea verpflanzt - insgesamt weniger als einen Millimeter dick. Weltweit bieten nur drei Zentren dieses innovative Verfahren an: in Rotterdam, in Indianapolis und in Erlangen.

In den vergangenen zwei Jahren haben Prof. Kruse und seine Mitarbeiter bereits rund 250 Patienten mit der DMEK-Operation die Sehschärfe gerettet. Einer von ihnen ist Dr. Thomas Poetsch aus Hamburg, der den Eingriff nacheinander an beiden seiner Augen durchführen ließ. Der 72-Jährige ist begeistert vom Ergebnis: "Ich hatte keinerlei Schmerzen nach den zwei Eingriffen und die Genesung ging jeweils gut voran." Und damit hat er die entscheidenden Vorteile der vielversprechenden Technik auf den Punkt gebracht: Das Auge muss nicht mehr großflächig geöffnet werden, sondern es genügt ein kleiner Schnitt. Dadurch ist die OP weniger riskant als die klassische Hornhauttransplantation und der Heilungsprozess verläuft schneller. Darüber hinaus gilt: je dünner das Transplantat, desto höher die erreichbare Sehschärfe. Während Patienten nach klassischer Cornea-Verpflanzung trotz aller Bemühungen meist nur eine relativ geringe Sehschärfe (etwa 30 %) erwarten dürfen, können sich diejenigen, die sich einer DMEK-Operation unterzogen haben, anschließend in der Regel über eine Sehschärfe von 80 % und mehr freuen.

 
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