34 bei einem Virusinfekt, bei dem normale T-Zellen aktiviert werden, entwickeln die Patientinnen und Patienten nach CAR-T-Zell-Therapie Fieber und andere Symptome der Infektabwehr. Nach- dem die Patientin CAR-T-Zellen erhalten hatte, entwickelte sie mittelgradige akute Nebenwir- kungen der Therapie. Diese klangen innerhalb von zwei Wochen komplett ab. Die ausgeprägten Lymphome verschwanden nach drei Monaten, die Patientin ist auch weiterhin, heute zwei Jahre nach CAR-T-Zell-Therapie, tumorfrei und es be- steht Hoffnung, dass sie von ihrem Lymphom geheilt ist. Lungenkrebs Eine alleinige Immuntherapie kann ein fortge- schrittenes, nicht-kleinzelliges Lungenkrebslei- den bei einem älteren Patienten erfolgreich kontrollieren. Bei einem 83-jährigen Ex-Raucher, der zuvor über mindestens 25 Jahre eine Zigarettenpackung pro Tag konsumiert hatte, wurde im Sommer 2021 ein sog. nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom fest- gestellt. Aufgrund des beginnenden Einwachsens des Tumors in den Herzbeutel und Tumorabsied- lungen in Knochen stand ein mit Heilungsaussicht verbundenes Therapieverfahren nicht zur Verfü- gung. Genetische Untersuchungen des Tumorma- terials schlossen eine zielgerichtete Therapiemög- lichkeit zu dem Zeitpunkt aus. Demgegenüber wiesen die Krebszellen eine hohe Dichte des Ei- weißstoffes PD-L1, eines sog. Checkpoint-Mole- küls, auf ihrer Oberfläche auf. Aufgrund des fort- geschrittenen Lebensalters und einer Vielzahl von schweren Begleiterkrankungen an Herz und Lunge wurde daher eine alleinige Immuntherapie (sog. Checkpoint-Blockierer) ohne begleitende Chemo- therapie begonnen. In allen Kontrolluntersuchun- gen in dreimonatigen Abständen zeigte sich (Stand Herbst 2022), dass mit dieser Behandlung bis über ein Jahr nach Erstdiagnose ein weiteres Fortschrei- ten der Lungenkrebserkrankung verhindert wer- den konnte. Erfreulicherweise zeigten sich bei dem Patienten zudem keine schwereren, für die Immun-
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