33 liärer Hochrisikosituation wurde im Anschluss die Brustentfernung beidseits mit Lymphknotenent- fernung auf der betroffenen Seite durchgeführt. Durch die medikamentöse Therapie gelang es, bei der Patientin alle Tumorzellen bereits vor der Operation abzutöten. In der Brust und in den Lymphknoten wurde kein Tumor mehr nachge- wiesen (pathologische Komplettremission). Die Patientin hatte die Chance, dass sie den Check- point-Inhibitor Pembrolizumab bereits vor der Zulassung innerhalb der Studie erhielt. Mittler- weile ist Pembrolizumab beim frühen triple- negativen Mammakarzinom Standard und als Krebstherapie zugelassen. Die Immuntherapie ist eine weitere Option für Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs, da sie nicht nur die Komplettremissionsrate, sondern auch das ereignisfreie Überleben und somit die Prognose der Patientinnen verbessert. Lymphom Bei einer 65-jährigen Patientin wurde im März 2019 die Erstdiagnose eines aggressiven B-Zell- Lymphoms gestellt. Das Lymphom wuchs in meh- reren Lymphknoten von Hals, Brustkorb und Bauch und hatte Knochen und Darm infiltriert. Die Patientin erhielt in diesem fortgeschrittenen Stadium eine Standardchemotherapie über sechs Monate, wodurch die Erkrankung zunächst kom- plett zurückgedrängt werden konnte. Leider kam es jedoch nur sieben Monate nach Therapie- ende zu einem frühen Rezidiv mit Lymphomen in allen großen Lymphknotenstationen des Kör- pers. Die dann eingeleitete Chemotherapie zeigte kaum ein Ansprechen, womit die Patientin nach der damaligen Standardtherapie (vor 2018) nicht mehr hätte geheilt werden können. Wir stellten im Juni 2020 einen Antrag bei der Krankenkasse für eine Therapie mit genmodifizierten, körper- eigenen T-Zellen, den sogenannten CAR-T-Zellen (CARs). Die CARs bekommen ein zusätzliches Gen für einen „Sensor“, der die Lymphomzellen erkennt. Sobald der Sensor bindet, führt dies zur Aktivierung der CARs und die bösartigen Zellen werden angegriffen und regelhaft eliminiert. Wie
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