Immuntherapien und zielgerichtete Therapien

32 Lebermetastasen diagnostiziert. Unter einer Im- muntherapie mit Ipilimumab (Anti-CTLA4-Antikör- per) und Nivolumab (Anti-PD1-Antikörper) kam es nach zwei intravenösen Gaben zu Muskelschmer- zen und Leberentzündung als immunvermittelte Nebenwirkungen. Diese Beschwerden bildeten sich unter hoch dosierten Glukokortikoid-Tabletten zurück. Aufgrund erneuter immunvermittelter schwerer Nebenwirkungen am Magen und an den Gelenken nach einer Nivolumab-Gabe wurde die Immuntherapie beendet. Parallel zeigte sich erfreulicherweise nach insgesamt nur dreimaliger Immuntherapie Ende 2021 eine deutliche Rückbildung der Organmetastasen. Der Patient befindet sich seitdem (Stand Sommer 2022) symptomfrei und ohne onkologische Therapie in unserer dreimonatlichen Nachsorge bei stabiler, fernmetastasierter Melanomerkrankung. Anti-CTLA4- und Anti-PD1-Antikörper sind beim metastasierten Melanom sehr effektive und län- gerfristig wirksame Therapien. Die Patientinnen und Patienten entwickeln hierunter gehäuft über- schießende Immunreaktionen bzw. Nebenwirkun- gen, die sich aber – wenn frühzeitig erkannt und behandelt – komplett zurückbilden können. Brustkrebs Bei einer 34-jährigen Patientin wurde ein triplenegativer Brustkrebs mit Lymphknotenmetastasen diagnostiziert. Hierbei handelt es sich um eine Brustkrebsart, bei der der Tumor keine Ös- trogen-, Progesteron- und HER2/neu-Rezeptoren ausbildet. Das macht die Behandlung schwieri- ger, da es weniger Angriffspunkte gibt und ein Großteil der zugelassenen Therapien nicht ange- wendet werden kann. In Fällen wie diesem setzen Medizinerinnen und Mediziner weltweit auf neue Prinzipien der medikamentösen Therapie wie die Immuntherapie (Checkpoint-Inhibitoren). Die Pati- entin nahm bereits vor der Zulassung der Immun- therapie beim frühen triple-negativen Brustkrebs an einer Studie teil und erhielt vor der Operation eine Chemotherapie in Kombination mit dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab. Bei fami-

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