Ausgezeichnete Dissertation
Pettenkofer-Promotionspreis 2025 für den Erlanger Forscher Dr. Arne Cordsmeier
Seit 1888 zeichnet die renommierte Pettenkofer-Stiftung herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und praktischen Hygiene, medizinischen Mikrobiologie oder Virologie wegweisende Arbeiten veröffentlicht haben. Erstmals hat die Stiftung nun einen Promotionspreis verliehen, mit dem Dr. Arne Cordsmeier für seine besondere Dissertationsleistung in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Anja Lührmann am Mikrobiologischen Institut – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (Direktor: Prof. Dr. Christian Bogdan) des Uniklinikums Erlangen ausgezeichnet wurde.
Dr. Cordsmeier beschäftigte sich in seiner Promotionsarbeit mit der krankmachenden Wirkung des von Schafen und Ziegen auf den Menschen übertragbaren Bakteriums Coxiella (C.) burnetii, das das sogenannte Q-Fieber auslösen kann. Um sich im menschlichen Körper vermehren zu können, nutzt der Erreger einen besonderen Trick: Er besitzt ein nadelartiges Injektionssystem (Typ-4-Sekretionssystem, T4SS), mit dem bis zu 150 verschiedene Virulenzfaktoren vom Erreger in die Wirtszellen eingeschleust werden können, um diese zum Vorteil des Bakteriums umzuprogrammieren. Die Funktion der meisten dieser sogenannten Effektorproteine ist allerdings bislang unbekannt. In seiner Promotion gelang es Dr. Cordsmeier, nachzuweisen, dass das C.-burnetii-T4SS-Effektorprotein AnkG an ein bestimmtes Enzym, die DExD-Box-Helikase 21 (DDX21), sowie an mehrere Ribonukleinsäuren der Wirtszelle bindet. Insbesondere beeinflusst AnkG die Funktionalität eines definierten Komplexes aus einer bestimmten Ribonukleinsäure und verschiedenen Proteinen, was zu gravierenden Veränderungen der genetischen Aktivität der Wirtszelle führt und letztlich das Überleben der Wirtszelle sicherstellt. Dies wiederum erlaubt dann die effiziente Vermehrung von C. burnetii. Hierbei handelt es sich, wie Dr. Cordsmeier bei der Vorstellung seiner Ergebnisse betonte, „um einen neuartigen Mechanismus, mit dem sich Infektionserreger ein sicheres intrazelluläres Habitat schaffen.“
Preisverleihung in München
Die Preisverleihung fand am 10. November 2025 in München statt. In ihrer Laudatio für Arne Cordsmeier betonte Prof. Dr. Christine Josenhans vom Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Im besten Fall ist es eine vertrauensvolle und kommunikative Zusammenarbeit zwischen dem Doktoranden und der Betreuerin, die großartige Ergebnisse hervorbringt. Genau das ist eindeutig in der Doktorarbeit von Dr. Cordsmeier geschehen.“ Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wurden vom Unternehmen Roche gesponsert, um die wissenschaftliche Forschung und die berufliche Entwicklung von Talenten zu fördern.
Mittlerweile forscht Dr. Cordsmeier sehr erfolgreich als Postdoktorand zum Forschungsschwerpunkt Herpes-, Pocken- und neu auftretende Viren in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Armin Ensser am Virologischen Institut – Harald-zur-Hausen-Institut für Virologie des Uniklinikums Erlangen.
Link zur Originalarbeit:
https://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1010266
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Anja Lührmann
09131 85-32577
anja.luehrmann(at)uk-erlangen.de







