Ausgezeichnete Krebsforschung am Uniklinikum Erlangen
Zwei Wissenschaftlerinnen erhielten den BZKF Publication Award 2026
Zwei Forschungsarbeiten aus dem Uniklinikum Erlangen eröffnen neue Perspektiven für die Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie sowie von Lebermetastasen und wurden dafür jetzt mit dem Publication Award 2026 des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF) ausgezeichnet. PD Dr. Gloria Lutzny-Geier, Leiterin der Arbeits-gruppe Mikroenvironment der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie, und Dr. Laura Wormser, Wissenschaftlerin der Medizinischen Klinik 1 – Gast-roenterologie, Pneumologie und Endokrinologie, liefern in ihren herausragenden Publikati-onen wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung zukünftiger Krebstherapien.
„Herausragende Forschung ist die Grundlage für neue Perspektiven in der Krebsmedizin“, betonte Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung/BZKF, in seiner Begrüßung: „Mit dem Publication Award würdigen wir wissenschaftliche Leistungen, die unser Verständnis von Krebserkrankungen erweitern und langfristig dazu beitragen, die Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten zu verbessern.“
CAR-T-Zell-Therapie: das Tumormikromilieu gezielt beeinflussen
Die CAR-T-Zell-Therapie ermöglicht es, Immunzellen gezielt gegen Krebszellen einzusetzen. Damit hat sie die Behandlung bestimmter Leukämien grundlegend verändert. Bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) ist die CAR-T-Zell-Therapie jedoch weniger wirksam als bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) – die Ursachen dafür sind bislang noch nicht vollständig verstanden. PD Dr. Gloria Lutzny-Geier untersuchte deshalb in ihrer prämierten Forschungsarbeit, welche Rolle die unmittelbare Umgebung der Tumorzellen spielt: Mittels eines patientennahen dreidimensionalen Zellkulturmodells konnte ihr Forschungsteam in der Medizin 5 des Uniklinikums Erlangen etwa zeigen, dass CAR-T-Zellen bei CLL in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Gleichzeitig identifizierten die Forschenden zwei Signalwege als mögliche therapeutische Angriffspunkte. Deren gezielte Beeinflussung konnte in Untersuchungen die Aktivität der Immunzellen und damit die Wirksamkeit gegenüber Leukämiezellen verbessern. Diese Ergebnisse liefern wichtige Ansatzpunkte, um CAR-T-Zell-Therapien künftig gezielter und wirksamer einzusetzen.
RNAi-Therapie: innovative Behandlung gegen Lebermetastasen
Metastasen sind eine der größten Herausforderungen in der Krebsmedizin. Die prämierte Forschungsarbeit von Dr. Laura Wormser und dem Team der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Peter Dietrich untersuchte in der Medizin 1 des Uniklinikums Erlangen, wie die direkte Umgebung der Leber die Ansiedelung von Tumorzellen beeinflusst. Das Forschungsteam identifizierte ein von der Leber produziertes Eiweißmolekül als wichtigen Faktor, der Tumorzellen in die Lebernische lockt und das Wachstum von Metastasen begünstigt. In experimentellen Untersuchungen führte die gezielte Hemmung dieses Signalwegs mittels RNA-Interferenz (RNAi) zu einer deutlichen Verringerung der Lebermetastasen. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde bereits ein RNAi-Therapieansatz entwickelt und zum Patent angemeldet. Die weitere Entwicklung erfolgt derzeit in präklinischen Studien. Langfristig kann dieser Ansatz neue Möglichkeiten eröffnen, der Entstehung und dem Fortschreiten von Lebermetastasen entgegenzuwirken.
BZKF förderte exzellente Forschung
Im Bayerischen Zentrum für Krebsforschung vereinigen sich die sechs bayerischen Universitätskliniken Augsburg, Erlangen, München (LMU Klinikum und TUM Klinikum), Regensburg und Würzburg sowie die ihnen zugeordneten Comprehensive Cancer Center (CCC) und Universitäten. Im Rahmen der Wilko Weichert Young Scientist Academy unterstützt das BZKF junge Forschende dabei, eigene Forschungsvorhaben weiterzuentwickeln, sich fachlich auszutauschen und ein wissenschaftliches Netzwerk aufzubauen.
Weitere Informationen:
PD Dr. Gloria Lutzny-Geier
gloria.lutzny-geier(at)uk-erlangen.de
Dr. Laura Wormser
laura.wormser(at)uk-erlangen.de






