Azubis leiten eine Station
Erfolgreiches Projekt des Uniklinikums Erlangen geht in die nächste Runde
Die Übernahme von Verantwortung gehört ebenso zum Alltag von Pflegefachpersonen wie die Fähigkeit, schnell richtige Entscheidungen zu treffen. Auszubildende müssen diese Kompetenzen erst erwerben – und der beste Prüfstand ist die Praxis. Deshalb erhalten die Abschlussklassen der generalistischen Pflegeausbildung am Uniklinikum Erlangen im Praxisprojekt „Azubis leiten eine Station“ die Möglichkeit, ihre Kenntnisse und Kompetenzen in der Patientenversorgung eigenständig einzusetzen und zu überprüfen. Nun übernahm erneut eine Klasse die Station B3-1 des Chirurgischen Zentrums des Uniklinikums Erlangen. Die 18 angehenden Pflegefachpersonen versorgten drei Wochen lang Patientinnen und Patienten vor und nach chirurgischen Eingriffen und organisierten zunehmend selbstständig alle Abläufe und Termine rund um die Patientenversorgung. „Wir lassen die Kolleginnen und Kollegen dabei natürlich nicht allein“, betont Verena Neubauer, Leiterin der Stabsstelle Ausbildungsmanagement und Personalentwicklung der Pflegedirektion, die das Projekt vier Mal im Jahr am Uniklinikum organisiert. „Es sind immer Praxisanleitungen und erfahrene Pflegefachpersonen vor Ort, die unsere Azubis begleiten, Fragen beantworten und kontinuierlich Feedback geben.“
„Mit diesem Projekt bekommen die Auszubildenden die Möglichkeit, komplett eigenständig zu arbeiten, das ist wirklich wichtig für ihre Entwicklung“, erklärt Michael Lichtenwald, pflegerische Leitung der Station B3-1 des Chirurgischen Zentrums des Uniklinikums Erlangen. Nach einer einwöchigen Einarbeitung in die Abläufe der Station unterstützt das reguläre Pflegepersonal in der zweiten Woche aus dem Hintergrund und die Auszubildenden arbeiten in der letzten Woche selbstständig. Um die Realität dabei gut abzubilden, hat die Klasse vorher eine eigene Stationsleitung gewählt, die sich in dieser Zeit um die Managementaufgaben kümmert. „Das Besondere an dem Projekt ist, dass jede und jeder von uns Auszubildenden innerhalb der Station jeweils für einen eigenen Bereich mit mehreren Patientinnen und Patienten verantwortlich ist“, berichtet die angehende Pflegefachperson Ina Dreßler und ergänzt: „Wir haben dabei von Anfang an das Vertrauen der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen in uns gespürt.“ Für ihre Kollegin Sina Wilhelm war es der erste Einsatz in der Chirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen: „Ich finde es hier sehr interessant, besonders dass wir Patientinnen und Patienten nach schweren Operationen in ihrem Heilungsprozess unterstützen. Täglich spüren wir die Dankbarkeit auf der Station. Eine Klassenkameradin hat zum Beispiel von einer Patientin bei deren Entlassung ein kleines Geschenk bekommen, das sind wirklich schöne Momente.“
Das Projekt wurde vor über zehn Jahren in der Kinderkrankenpflegeausbildung eingeführt. Seit 2023 ist es fester Teil der Ausbildung zur Pflegefachperson am Uniklinikum Erlangen. „Uns ist wichtig, dass alle Klassen eines Jahrgangs diese Praxiserfahrung bekommen“, sagt Verena Neubauer. „Und auch die Patientinnen und Patienten profitieren von dem Projekt: „Da im Zeitraum des Projekts eine ganze Klasse Auszubildender und Pflegefachpersonal auf der Station sind, stehen den Patientinnen und Patienten in allen drei Schichten einfach mehr Personen zur Verfügung, die dann auch mehr Zeit für sie haben als sonst. Zum Beispiel für ausführliche Beratungsgespräche oder eine schrittweise Anleitung zur Mobilisation.“
Weitere Informationen:
Verena Neubauer
09131 85-36761
pflegedirektion(at)uk-erlangen.de







