Pressemitteilungen

" alt="" />
Uni-Klinikum, Onkologie, Kopf-Hals-Tumorzentrum, HNO-Klinik, Strahlenklinik

Bayernweit einzigartige Interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik eröffnet

Am Uni-Klinikum Erlangen arbeiten Experten der HNO- und der Strahlenklinik an einem Ort zusammen – Kopf-Hals-Tumorpatienten profitieren von kurzen Wegen und modernsten Therapien

Sie ist die erste Einrichtung ihrer Art in ganz Bayern: In der neu eröffneten Interdisziplinären Onkologischen Tagesklinik (IOT) arbeiten Ärzte der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) sowie der Strahlenklinik (Direktor: Prof. Dr. Rainer Fietkau) des Universitätsklinikums Erlangen Hand in Hand, um Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren modernste Behandlungsmethoden zu ermöglichen. Seit November 2020 müssen die Patienten nur noch kurze Wege zurücklegen, denn in der Erlanger Strahlenklinik befindet sich nun eine komplette interdisziplinäre Behandlungseinheit. Patienten können so direkt an einem Ort untersucht und therapiert werden, ohne dass sie zwischen HNO-Klinik und Strahlenklinik hin und her pendeln müssen.
In der IOT profitieren Patienten von kurzen Wegen: PD Dr. Maximilian Traxdorf (geschäftsführender Oberarzt/HNO-Klinik) untersucht Glen Roberts, bevor der Patient zwei Türen weiter seine regelmäßige Immuntherapie erhält. Foto: Alessa Sailer/Uni-Klinikum Erlangen

„Das erleichtert einiges“, sagt Glyn Roberts, der seit Mai 2020 einmal im Monat wegen seines Zungenkarzinoms zur Immuntherapie in die Erlanger Strahlenklinik kommt. „Alle Daten werden hier außerdem zentral erfasst.“ Der 67-Jährige hatte im April 2020 seinen HNO-Arzt in Fürth aufgesucht, weil ihm das Schlucken schwerfiel und sich seine Stimme verändert hatte. Der Facharzt schickte ihn direkt zu den Erlanger Spezialisten, die die Diagnose eines Tumors am Zungengrund stellten – also an dem Teil des Zungenmuskels, der im Rachen liegt. „Die haben mein Leben gerettet!“, betont Glyn Roberts. „Ich bin froh, dass ich jetzt hier bin. Ich werde von einem wirklich tollen Team betreut, alle sind immer freundlich und hilfsbereit.“ Knapp ein halbes Jahr Immuntherapie hat der Fürther jetzt noch vor sich, doch er ist optimistisch: „Der Tumor ist seit Behandlungsbeginn schon um 84 Prozent zurückgegangen.“

IOT vereint die drei Säulen der Tumortherapie

Um die optimale Versorgung der Patienten – besonders derjenigen mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren – sicherzustellen, ist täglich ein Team aus HNO-Experten (Oberärztliches Team: PD Dr. Antoniu Gostian, PD Dr. Konstantinos Mantsopoulos, PD Dr. Sarina Müller, PD Dr. Maximilian Traxdorf) in der IOT in der Strahlenklinik (Oberärztliches Team: PD Dr. Marlen Haderlein, PD Dr. Markus Hecht, Dr. Sebastian Lettmaier, PD Dr. Sabine Semrau) vor Ort. Das interdisziplinäre Team zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass alle Ärzte im Bereich der medikamentösen Tumortherapie speziell geschult sind. In der IOT werden neben Immuntherapien, wie sie etwa Glyn Roberts per Infusion erhält, auch Chemotherapien und zielgerichtete Therapien, z. B. monoklonale Antikörper, angeboten. „In der IOT arbeiten Spezialisten aus den drei Säulen der Kopf-Hals-Onkologie – also Chirurgie, Strahlen- und Systemtherapie – zusammen und bieten Patienten individuell auf sie zugeschnittene Behandlungskonzepte auf immer aktuellem Stand“, erklärt der Direktor der HNO-Klinik Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro.

In der Erlanger Strahlenklinik erhalten jährlich ca. 180 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren medikamentöse Tumortherapien. Einige Betroffene nehmen dafür einen weiten Weg auf sich: Albert Altmannshofer beispielsweise fährt seit neun Monaten alle drei Wochen knapp 300 Kilometer von Pfarrkirchen in der Nähe der österreichischen Grenze zur Behandlung seines Zungenkarzinoms nach Erlangen. „Die lange Anreise nehme ich gern in Kauf, weil ich mich hier gut aufgehoben fühle. Ich hatte zum Glück auch keine Nebenwirkungen von der Immuntherapie. Außerdem ist bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Tumorgewebe mehr sichtbar“, sagt der 51-Jährige.

Am Puls der Wissenschaft

Durch die räumliche Nähe der IOT zum Studienzentrum der Strahlenklinik profitieren Patienten frühzeitig von modernsten Therapiestrategien, die andernorts noch nicht zur Verfügung stehen. „So können Patienten zusätzlich zu Standardtherapien auch an nationalen und internationalen Studien teilnehmen“, erläutert Prof. Dr. Rainer Fietkau, Direktor der Strahlenklinik. „Daneben steht ein umfassendes Angebot an psychoonkologischen Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung sowie eine direkte Anbindung an den Klinischen Sozialdienst.“

Weitere Informationen:

Ambulante Tagesklinik der Strahlenklinik

09131 85-35823

Oberarzt-Sekretariat der HNO-Klinik

09131 85-33631

Interdisziplinarität wird großgeschrieben: PD Dr. Sarina Müller (Fachärztin/HNO-Klinik) und PD Dr. Markus Hecht (Oberarzt/Strahlenklinik) besprechen mit ihrem Patienten Albert Altmannshofer seine aktuellen Werte. Foto: Alessa Sailer/Uni-Klinikum Erlangen
PD Dr. Antoniu Gostian (r., Oberarzt/HNO-Klinik) berät sich mit PD Dr. Markus Hecht (Oberarzt/Strahlenklinik), um die individuell beste Behandlungsmethode für ihren gemeinsamen Patienten zu finden. Foto: Alessa Sailer/Uni-Klinikum Erlangen