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Uni-Klinikum, Medizin 4, Transplantationszentrum

Chancen auf erfolgreiche Nierentransplantation erhöhen

Förderung in Höhe von 450.000 Euro für stationäres Reha-Programm, um Gesundheitszustand von Patienten auf Warteliste für Spenderorgan zu verbessern

Das Projekt „Fit für die Nierentransplantation durch Rehabilitation“ ist jetzt unter Leitung von Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie des Universitätsklinikums Erlangen, gestartet und wird von der Bayerischen Staatsregierung mit rund 450.000 Euro aus dem Förderprogramm Innovative medizinische Versorgungskonzepte auf Initiative des Vorsitzenden des Ausschusses für Gesundheit und Pflege des Bayerischen Landtags, Bernhard Seidenath, bis zum 31. Mai 2023 gefördert. „Mit dem neuen Förderprojekt wollen wir mehr Menschen eine erfolgreiche Nierentransplantation ermöglichen und sie in der Wartezeit durch ein stationäres Reha-Programm und ambulante Maßnahmen fit halten“, sagt Prof. Schiffer.

Zu den Therapiemodulen gehören neben der medizinischen Betreuung psychologische Leistungen, Schulungen – insbesondere in der Transplant-Vorbereitung – sowie Maßnahmen zur sozialen Rehabilitation und physio- und sporttherapeutische Maßnahmen. Auch Gesprächsgruppen sind Teil des Konzepts. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit von Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und niedergelassenen Ärzten notwendig.

Deutschlandweit gibt es zu wenig Spenderorgane. Aktuell warten allein im Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg am Universitätsklinikum Erlangen 592 Dialysepatienten auf ein Spenderorgan. „Unter den Wartenden sind auch viele Menschen ab 65, die eine neue Niere benötigen“, weiß Prof. Schiffer. In der Wartezeit ist die Blutwäsche (Dialyse) in der Regel die einzige lebenserhaltende Maßnahme, die ihnen bleibt. Nach Jahren im Wartestand kann jedoch die Chance auf ein Spenderorgan sinken, weil sich der Gesundheitszustand des Patienten aufgrund von Mehrfacherkrankungen und Gebrechlichkeit verschlechtert. Die mögliche Folge: Der Patient verliert seinen sogenannten T-Status und gilt damit als ungeeignet für eine Transplantation.

Nach Angaben des Jahresberichts Dialyse des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen gab es 2018 in Deutschland rund 92.000 Dialysepatienten, davon rund 15.000 in Bayern. Davon sind knapp 22 Prozent zwischen 65 und 74 Jahre alt, gut 40 Prozent sind älter als 75 Jahre. Auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bundesweit gut 7.000 Patienten. Viele von ihnen sind mehrfacherkrankt und gebrechlich.

Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml betonte, der Bedarf an Rehabilitationsmaßnahmen für diese Patienten sei sehr hoch. „Aber das Problem beschränkt sich nicht auf geriatrische Patienten“, ergänzte sie. „Auch bei jungen Menschen kann sich der Allgemeinzustand durch die Erkrankung und durch die langjährige Dialysetherapie so verschlechtern, dass eine Transplantation zu risikoreich wird. Mit einer strukturierten Vorbereitung auf die Transplantation sollen Operationsrisiken und die Krankenhausverweildauer reduziert, die Resultate der Transplantation optimiert, das Transplantatüberleben verlängert und Begleiterkrankungen minimiert werden.“

Neues Leben mit einem Spenderorgan

Die Niere ist das am häufigsten transplantierte solide Organ weltweit. Das Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg (Sprecher: Prof. Dr. Michael Weyand) ist auf dem Gebiet der Nierentransplantation eines der traditionsreichsten und aktivsten Zentren in Deutschland. Seit 1966 wurden bis heute über 3.000 Nieren im Zentrum transplantiert. Für etwa ein Drittel aller Patienten mit einem Nierenversagen ist die Nierentransplantation im Vergleich zur Dialyse (Blut- oder Bauchfelldialyse) die bessere Nierenersatztherapie. Sie ermöglicht ein weitgehend normales und unabhängiges Leben mit Wiedereingliederung in den Beruf und das soziale Leben. Auch die mittlere Lebenserwartung nach einer Transplantation ist höher. Das Verfahren Nierentransplantation hat sich durch die Verbesserung der operativen und anästhesiologischen Techniken, durch die modernen Möglichkeiten der Abstoßungsverhinderung und -behandlung und die Prophylaxe von Infektionen zu einer weitgehend sicheren Behandlungsform entwickelt. Dadurch konnten das Patientenüberleben und auch die Funktionsdauer eines Nierentransplantats deutlich verlängert und verbessert werden.

Weitere Informationen für Patienten: https://www.transplantation.uk-erlangen.de/transplantationsprogramme/niere-inkl-lebendspende/

Quelle: https://www.stmgp.bayern.de/presse/huml-will-chancen-auf-erfolgreiche-nierentransplantation-erhoehen-bayerns/

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Mario Schiffer
Telefon: 09131 85-39002
E-Mail: med4atuk-erlangen.de

 

 
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