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Das Ziel: den Verlauf der Parkinson-Krankheit verlangsamen

Das Ziel: den Verlauf der Parkinson-Krankheit verlangsamen

Neue Medikamentenstudie „PARAISO“ bei Parkinson im Frühstadium am Uniklinikum Erlangen

Für Parkinson-Betroffene konkretisiert sich die Hoffnung, dass ein Medikament nicht nur Symptome lindert, sondern in den Krankheitsverlauf eingreifen und dadurch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen könnte. Denn während bisher zugelassene Therapien vor allem Beschwerden wie Muskelsteifheit oder Zittern symptomatisch behandeln, setzt das Studienmedikament Prasinezumab direkt an der Ursache an. Um die Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers im Frühstadium der Parkinson-Krankheit zu überprüfen, suchen Forschende der Molekular-Neurologischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen nun Betroffene zwischen 50 und 85 Jahren, deren Diagnose mindestens drei Monate und maximal drei Jahre zurückliegt und die bereits Levodopa zur Linderung ihrer Symptome einnehmen. Die Molekulare Neurologie ist damit das erste deutsche Prüfzentrum für die klinische Phase-III-Studie „PARAISO“ des Arzneimittelherstellers Roche Pharma AG.

Nach einer eingehenden Voruntersuchung erhalten Studienteilnehmende das Studienpräparat (Prasinezumab oder Placebo) über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren einmal im Monat per Tropfinfusion. Begleitend dazu finden Nachbeobachtungstermine statt, bei denen geprüft wird, wie Teilnehmende auf das Medikament ansprechen. Behandlung und Nachkontrollen finden in der Bewegungsambulanz am Uniklinikum Erlangen statt. 

„Prasinezumab könnte einen Wendepunkt in der Behandlung der Parkinson-Krankheit darstellen“, ordnet Prof. Dr. Jürgen Winkler, Leiter der Molekularen Neurologie des Uniklinikums Erlangen, ein. „Umso mehr unterstreicht die PARAISO-Studie die Bedeutung des Standorts Erlangen für die Immuntherapie von neurodegenerativen Erkrankungen.“

Als Phase-III-Studie soll PARAISO Wirksamkeit und Verträglichkeit von Prasinezumab an weltweit rund 900 Patientinnen und Patienten untersuchen. Sie folgt im Zulassungsprozess auf Phase I und II, in deren Rahmen Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit bereits an einem kleineren Probandenkreis untersucht wurden. Ziel der Phase-III-Studie ist es, abschließende Daten zu sammeln, bevor die Zulassung des Medikaments beantragt werden kann. 

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.uker.de/mn-paraiso. Außerdem ist das Studienteam telefonisch unter 09131 85-39324 oder per E-Mail an bewegungsstoerungen(at)uk-erlangen.de zu erreichen. 

Weitere Informationen: 

PD Dr. Martin Regensburger
09131 85-39324
martin.regensburger(at)uk-erlangen.de