Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung besser verstehen
Manfred-Roth-Stiftung unterstützt Forschungsprojekt zu häufiger Spätkomplikation bei Stammzelltransplantationen mit 21.100 Euro
Bei rund der Hälfte aller Patientinnen und Patienten, die eine körperfremde Stammzelltransplantation erhalten – etwa zur Behandlung einer akuten Leukämie –, tritt nach der Gabe eine chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) auf. Dabei handelt es sich um eine Spätkomplikation, bei der die transplantierten Spenderimmunzellen gesundes Gewebe der Empfängerin oder des Empfängers angreifen. Obwohl diese Erkrankung in der Regel gut behandelbar ist, schränkt sie die Lebensqualität oft erheblich ein. Daher möchte nun ein Forschungsteam um Prof. Dr. Silvia Spörl, Oberärztin der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie des Uniklinikums Erlangen, im Rahmen des Projekts „Funktionelle Heterogenität pathogener T-Zell-Subpopulationen bei der chronischen Graft-versus-Host-Reaktion“ die zugrunde liegenden Mechanismen genauer untersuchen. „Langfristig könnten die Ergebnisse dazu beitragen, Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu identifizieren, die Erkrankung gezielter zu behandeln oder ihren Ausbruch zu verhindern“, erläutert Isabel Sandner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projektteam. Die Fürther Manfred-Roth-Stiftung unterstützt das Forschungsvorhaben jetzt mit 21.100 Euro zugunsten der Forschungsstiftung Medizin am Uniklinikum Erlangen. Dank des Matching-Funds-Programms stockt das Uniklinikum Erlangen die Spende auf insgesamt 26.586 Euro auf.
Im Fokus des Projekts stehen sogenannte T-Zellen, zentrale Akteure der Immunabwehr. Ziel ist es, jene Untergruppen dieser Zellen zu identifizieren, die an der Entstehung der cGvHD beteiligt sind. Hierfür analysiert das Team T-Zellen im Blut sowie im betroffenen Gewebe – sowohl vor dem Auftreten erster Symptome als auch zu Beginn der Erkrankung – und setzt die Erkenntnisse in Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf. „Letztlich gehen die Spenderimmunzellen ihrer natürlichen Aufgabe nach: Sie bekämpfen Unbekanntes. Das Problem ist nur, dass es sich nach der Transplantation ja nicht um schädliche Eindringlinge wie Viren oder Bakterien handelt, sondern um gesundes Gewebe der Empfängerin oder des Empfängers“, erklärt Silvia Spörl. „Warum es bei manchen Patientinnen und Patienten zu dieser fehlgeleiteten Immunreaktion kommt und bei anderen nicht, ist bislang nicht vollständig geklärt – und genau hier setzen wir an.“
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Silvia Spörl
silvia.spoerl(at)uk-erlangen.de







