Die Wirksamkeit von Antikörpertherapien vorhersagen
Erlanger Team forscht an einem individuellen Test für eine effektivere Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen
Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Besonders aggressiv ist hierbei die HER2-positive Form, die etwa 15 Prozent der Patientinnen betrifft. Moderne Antikörpertherapien, wie (beispielsweise) Trastuzumab, haben die Prognose vieler betroffener Frauen deutlich verbessert. Doch nicht alle Patientinnen sprechen gleich gut auf diese Behandlung an. In einem innovativen Forschungsprojekt der Frauenklinik (Direktor: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) des Uniklinikums Erlangen untersucht Dr. Carolin Müller-Wirtz die Ursachen für diese Unterschiede. Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) fördert das Vorhaben im Rahmen seines Young-Scientist-Fellowship-Programms mit insgesamt 100.000 Euro. „Solche Forschungsansätze bedeuten einen unmittelbaren Nutzen für die Patientinnen und Patienten und unterstützen den wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern“, unterstreicht Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF, die Bedeutung des Projekts.
Im Mittelpunkt der ausgewählten Studie „Der Einfluss von FcγRIIa-Polymorphismen auf Wirksamkeit und Immunantwort bei HER2-positivem Brustkrebs“ steht das körpereigene Immunsystem – genauer gesagt, bestimmte Eiweißmoleküle (Rezeptoren) auf der Oberfläche von Immunzellen. Diese spielen eine zentrale Rolle dabei, antikörpergebundene Tumorzellen zu erkennen und diese gezielt zu zerstören. Die genetischen Unterschiede der Rezeptoren könnten entscheidend dafür sein, wie effektiv eine Antikörpertherapie bei einzelnen Patientinnen anschlägt. Dr. Carolin Müller-Wirtz und ihr Forschungsteam nutzen bereits vorhandene Daten aus klinischen Studien, um diese genetischen Unterschiede zu analysieren. Zusätzlich werden neue Blutproben gesammelt, um den genetischen Rezeptortyp zu bestimmen und dessen Immunantwort im Labor zu messen. „Das Ziel unserer Studie ist die Entwicklung eines Tests, der bereits vor Therapiebeginn vorhersagen kann, welche Patientinnen von einer Antikörpertherapie profitieren werden. Damit könnten wir die Behandlung künftig individueller und effektiver gestalten“, erklärt Dr. Carolin Müller-Wirtz.
BZKF: Gemeinsame Expertise für die Patientinnen und Patienten
In dem 2019 gegründeten Bayerischen Zentrum für Krebsforschung haben sich die sechs bayerischen Universitätskliniken zusammengeschlossen, um eine enge Vernetzung ihrer hoch spezialisierten Krebszentren zu ermöglichen. Patientinnen und Patienten in ganz Bayern erhalten damit direkten Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen, Diagnosemethoden und individuellen Krebstherapien – unabhängig von ihrem Wohnort und an allen Standorten nach gleich hohen Qualitätsstandards. Website: www.bzkf.de
Weitere Informationen:
Dr. Carolin Müller-Wirtz
09131 85-33553
carolin.mueller-wirtz(at)uk-erlangen.de







