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Die Zukunft der Endoskopie

Die Zukunft der Endoskopie

Internationale Expertinnen und Experten tagten in Erlangen – Verleihung der Ludwig-Demling-Medaille an Prof. Bisschops

Die gastrointestinale Endoskopie zeichnet sich durch einen rasanten medizinischen Fortschritt aus, der immer tiefere Einblicke in den Darm erlaubt und in vielen Fällen herkömmliche Operationen ersetzen kann. Zudem nutzen Medizinerinnen und Mediziner in der Patientenversorgung inzwischen routinemäßig neueste Technologien und künstliche Intelligenz, um Diagnosen zu bestätigen und Krebsvorläuferstufen in frühen Stadien sicher zu erkennen. Am Uniklinikum Erlangen hat sich insbesondere Ludwig Demling (1921 – 1995) um die Entwicklung der Endoskopie verdient gemacht und war international anerkannter Pionier auf dem Gebiet neuer endoskopischer Verfahren. In seinem Gedenken wurde an der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie (Direktor: Prof. Dr. Markus F. Neurath) das Ludwig-Demling-Center für Molekulare Bildgebung etabliert. Auf seine Einladung hin versammeln sich alle zwei Jahre renommierte Endoskopie-Expertinnen und -Experten aus aller Welt in Erlangen, um im Rahmen eines Symposiums neueste Entwicklungen zu diskutieren.

Auf dem Programm des diesjährigen Symposiums, zu dem rund 50 Spezialistinnen und Spezialisten aus unterschiedlichen Ländern anreisten, standen zukunftsweisende Themen wie Kaltschlingenresektionen, neue Diagnoseverfahren bei Erkrankungen der Speiseröhrenschleimhaut und innovative Bildgebungsverfahren. Auf die Vorträge der renommierten Experten folgten intensive fachliche Diskussionen. Den Höhepunkt dieses Symposium stellte wieder die Verleihung der Ludwig-Demling-Medaille für herausragende Verdienste in der gastrointestinalen Endoskopie dar. Mit dem diesjährigen Preisträger, Prof. Dr. Raf Bisschops aus Leuven (Belgien), ist die Wahl auf einen international renommierten Endoskopie-Spezialisten gefallen. In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Markus F. Neurath, Direktor der Medizin 1 des Uniklinikums Erlangen und zugleich Koordinator des Ludwig-Demling-Centers für Molekulare Bildgebung, Prof. Bisschops für seine wegweisende Forschung, insbesondere für die Entwicklung von neuen endoskopischen Verfahren zur präziseren Bildgebung und feingeweblichen Charakterisierung der Schleimhaut des Verdauungstrakts.

Über das Ludwig-Demling-Center

Unter dem Dach des Ludwig-Demling-Centers für Molekulare Bildgebung arbeiten Forscherinnen und Forscher aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Uniklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammen: Beteiligt sind neben der Medizin 1 die Urologische und Kinderurologische Klinik, die Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie, das Pathologische Institut, der Lehrstuhl für Genetik sowie der Lehrstuhl für Experimentalphysik. Das interdisziplinäre Zentrum ist eines der Projekte mit hohem Entwicklungspotenzial, die die FAU im Rahmen ihrer Emerging Fields Initiative fördert. Benannt ist es nach Prof. Dr. Ludwig Demling, der von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1986 Direktor der Medizinischen Klinik und Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin in Erlangen war. Zu Prof. Demlings Erfolgen zählen u. a. die Entfernung von Darmpolypen (endoskopische Polypektomie) und die Entwicklung der Gallengangspiegelung (ERCP).