Einzigartige Fusion für KI-gestützte Präzisionsmedizin
Spatenstich für das Forschungsgebäude CARE-MED am Uniklinikum Erlangen
Ein weiteres Puzzleteil findet seinen Platz: Zwischen CESAR und CITABLE fügt sich auf dem Forschungscampus Nord schon bald CARE-MED ein, ein weiteres Forschungsgebäude des Uniklinikums Erlangen. CARE-MED ist ein neuer For-schungsbau nach Art. 91b des Grundgesetzes, der in einem hochkompetitiven Auswahlverfahren durch den Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen wurde und durch Gelder des Freistaates Bayern und des Bundes finanziert wird. Der heutige (24.07.2026) symbolische Spatenstich markierte den Start der Bauarbeiten. Mit CARE-MED wird erstmals eine integrierte Forschungsumgebung für die versor-gungsnahe Erhebung von hochaufgelösten Bild- und Sensordaten sowie ihre Zu-sammenführung mit medizinischen Versorgungsdaten geschaffen, in der Methoden künstlicher Intelligenz (KI) fest eingebunden sind. Ziel ist es, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit chronisch-degenerativen, entzündlichen und onko-logischen Erkrankungen individualisierte Diagnostik- und Therapieprozesse zu entwickeln.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Hightech hilft – dieses Credo liegt in der DNA des Wissenschaftsstandorts Erlangen. Unser fränkisches Medical Val-ley ist absoluter Hotspot für die Kombination von Medizin und Technologie. Unikli-nikum, Universität, Fraunhofer und starke Unternehmen bilden ein herausragendes Ökosystem. Mit dem Forschungsbau CARE-MED fügen wir einen weiteren Leucht-turm hinzu. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann Künstliche Intelligenz bei Diagnosen helfen? Das Ziel: Frühere, schnellere und präzisere Erkenntnisse und individuelle Therapien. Insgesamt investieren wir hier zusammen mit dem Bund rund 56 Millionen Euro in ein Zukunftsprojekt, das die Wissenschaft voranbringt und den Medizinstandort Erlangen weiter profiliert – besser geht’s nicht.“ Dr. Silke Launert, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, ergänzte: „Mit CARE-MED entsteht ein bundesweit herausragendes Zentrum für KI-gestützte Präzisionsmedizin. Mit dem heutigen Spatenstich legen wir den Grundstein für eine Investition in die Gesundheit und Lebensqualität zum konkreten Nutzen der Menschen.“
CARE-MED steht für „Center for AI-based Real-time Medical Diagnostics and Therapy“, also ein Zentrum für KI-gestützte medizinische Echtzeitdiagnostik und -therapie. Innerhalb des Neubaus werden sich insgesamt knapp 2.000 Quadratmeter Nutzfläche auf fünf Geschosse verteilen. Neben hochmodernen Bildgebungs- und Sensoriklaboren sind Besprechungs-, Büro- und Aufenthaltsräume geplant sowie eine Lehreinrichtung mit Seminarräumen. Außerdem ziehen mehrere Großgeräte wie ein Magnetresonanztomograf (MRT), ein C-Bogen und ein Motion-Capture-System ein. Die architektonische Besonderheit des Gebäudes ist das zentral angeordnete, natürlich belichtete Atrium mit offener Kommunikationszone. Die benachbarten Forschungsgebäude CESAR und CITABLE werden auf unterschiedlichen Ebenen über Skywalks angebunden. Diese räumlichen Verbindungen und damit kurzen Wege sollen den informellen Austausch der kooperierenden Fachbereiche fördern und einen hohen Identifikationswert schaffen. CARE-MED ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Forschungscampus Nord, der seit dem Architektenwettbewerb für das Translational Research Center im Jahr 2009 als Einheit geplant wird. Die gesamten Investitionskosten der Baumaßnahme belaufen sich auf insgesamt rund 60 Millionen Euro. Die Maßnahme wird mit rund 21 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das Staatliche Bauamt Erlangen-Nürnberg übernimmt die Bauherrenvertretung. Die Gebäudeplanung wird von der Dewan Friedenberger Architekten GmbH ausgeführt. Der Rohbau soll bereits Ende 2027 fertiggestellt und das Gebäude Ende 2028 betriebsbereit sein.
Rund 100 Personen werden künftig in dem Gebäude arbeiten, darunter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen medizinischen Fachdisziplinen, aber auch aus der Physik, den Ingenieurwissenschaften und der Informatik. CARE-MED ist ein gemeinsames Leuchtturmprojekt des Uniklinikums Erlangen, der Medizinischen und der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg sowie des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS). „Durch die digitale Transformation im Gesundheitswesen sowie neuartige, zeitgleich bildgebende und sensorische Untersuchungsverfahren steht eine enorme Menge und Vielfalt strukturierter Gesundheitsdaten zur Verfügung“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Erlangen. „Wesentliche Herausforderungen bestehen jedoch in der digitalen Fusion all dieser Daten, um sie für die klinische Diagnostik und Therapie optimal zu nutzen, damit unsere Patientinnen und Patienten davon profitieren können.“ In CARE-MED werden deshalb Expertinnen und Experten des Uniklinikums Erlangen mit Kolleginnen und Kollegen aus den hochaktuellen Forschungsbereichen KI-augmentierte Bildgebung, KI-augmentierte Sensorik, Medical Data Science und Advanced KI eng zusammenarbeiten. „CARE-MED steht für einen Forschungsansatz, der für den Standort Erlangen charakteristisch ist: medizinische Spitzenforschung, technologische Innovation und unmittelbare Patientennähe werden systematisch miteinander verbunden“, sagt Prof. Dr. Markus F. Neurath, Dekan der Medizinischen Fakultät der FAU. „In CARE-MED wollen wir diese Stärke des Standortes nutzen, um KI-basierte Verfahren schneller in eine präzisere Diagnostik und individuellere Therapie für Patientinnen und Patienten zu überführen.“
Fassadenbegrünung und Photovoltaik
Das Gebäude wird sich dank seiner Außengestaltung sowohl in den Forschungscampus Nord als auch in die natürliche Nachbarschaft der Schwabach einfügen. So ermöglichen Rankseile und Rankkonstruktionen eine teilweise Begrünung der Fassade und auch 400 Quadratmeter Dachfläche werden extensiv begrünt werden. Außerdem ist für das Dach eine Photovoltaikanlage eingeplant, die pro Jahr voraussichtlich 45 Megawattstunden erzeugen wird.
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