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Funktionelle Autoantikörper – ein möglicher Faktor bei der Neurodegeneration?

Funktionelle Autoantikörper – ein möglicher Faktor bei der Neurodegeneration?

Manfred-Roth-Stiftung spendet 20.000 Euro für Autoimmun-Forschung der Augenklinik des Uniklinikums Erlangen

Funktionelle Autoantikörper gegen G-Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCR-fAAb) können – das zeigen vorherige Studienerkenntnisse der Forschenden – die Funktion der Zellen stören und damit zu Krankheitsentstehungen beitragen wie beim Glaukom (Grüner Star) oder bei dem Post-COVID Syndrom. Die exakte Wirkungsweise, durch welche diese speziellen Autoantikörper zu einer Durchblutungsstörung oder Neurodegeneration beitragen, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Diesen pathogenetischen Ansatz verfolgt eine interdisziplinäre und translationale Forschungsgruppe des Uniklinikums Erlangen und der FAU Erlangen-Nürnberg. Prof. Dr. Antonio Bergua, Oberarzt der Augenklinik des Uniklinikums Erlangen, untersucht speziell den Einfluss der Autoantikörper auf die retinale Neurodegeneration. Die Fürther Manfred-Roth-Stiftung der Handelskette NORMA unterstützt diesen Forschungsansatz mit einer Spende in Höhe von 20.000 Euro. Mit seinem Matching-Funds-Programm stockt die Forschungsstiftung Medizin des Uniklinikums Erlangen die Fördersumme auf insgesamt 25.200 Euro auf.

„Wir freuen uns, dass wir durch die Förderung der Manfred-Roth-Stiftung den Einfluss von funktionellen Autoantikörpern bei der retinalen Neurodegeneration nun näher erforschen dürfen“, erklärt Prof. Bergua. „Wir sind sehr dankbar, dass wir an diesem speziellen Autoimmun-Phänomen mit vielen Erlanger Forschenden zusammenarbeiten dürfen, die ihre unterschiedlichen Expertisen einbringen – in der Augenklinik, dem Uniklinikum und der Universität“, ergänzt PD Dr. Dr. Bettina Hohberger. So konnte die Forschungsgruppe bislang zeigen, dass beispielsweise Glaukompatientinnen und -patienten, die diese speziellen funktionellen Autoantikörper im Blut aufweisen, eine signifikant verringerte Durchblutung der Netzhaut haben – im Gegensatz zu Betroffenen ohne diese Autoantiköper. Auch konnten –zusammen mit der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie und dem Neuroradiologischen Institut des Uniklinikums Erlangen sowie dem Institut für Pharmakologie an der FAU Erlangen-Nürnberg – erstmalig zerebrale funktionelle Veränderungen bei Patientinnen und Patienten mit funktionellen Autoantikörpern, hier dem Post-COVID Syndrom, sichtbar gemacht werden. Gemeinsam mit PD Hohberger und Wissenschaftlerin Dr. Merle Flecks wird Prof. Bergua jetzt anfangen zu untersuchen, welche Rolle die funktionellen Autoantikörper bei der Neurodegeneration spielen. „Dafür geben wir die GPCR-fAAb auf Astrozyten der Retina und untersuchen, was sich im Anschluss in der Zelle verändert“, so Prof. Bergua. „Unser Ziel ist es, wichtige Erkenntnisse für die Erforschung pathogener Mechanismen neurodegenerativer Krankheitsbilder der Netzhaut und des Sehnervs sowie für die Arzneimittelentwicklung zu generieren.“ 

Über die Manfred-Roth-Stiftung

Die gemeinnützige Manfred-Roth-Stiftung unterstützt neben sozialen, kulturellen und bildungsfördernden Projekten auch die wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Medizin. Die nach dem 2010 verstorbenen Fürther Unternehmer und Gründer der Handelskette NORMA benannte Stiftung folgt damit den Vorgaben Manfred Roths, der schon zu Lebzeiten Projekte für das Gemeinwohl großzügig förderte.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Antonio Bergua
09131 85-33001
antonio.bergua(at)uk-erlangen.de