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Manufaktur der Herzen

Manufaktur der Herzen

Kirchengemeinde spendet 67 liebevoll genähte Herzkissen an die Erlanger Frauenklinik

67-mal zeichneten Heidi Zink, Andrea Auras und Birgit Risner das Schnittmuster auf Baumwollstoffe, führten Scheren durch bunte Muster und ließen die Nähmaschinen taktvoll surren. In gemeinsamer Handarbeit der Frauenhilfsvereinigung der Kirchengemeinde Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entstanden so liebevoll gefertigte Herzkissen, die jetzt Brustkrebspatientinnen der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen zugutekommen. Dr. Katharina Seitz, stellvertretende Oberärztin der Frauenklinik, und Physiotherapeut Mario Witter nahmen die Kissen im Namen der behandelten Frauen entgegen und bedankten sich herzlich für das Engagement.

Für Frauen mit Brustkrebs bedeuten die Herzkissen weit mehr als nur ein weiches Polster. Sie entlasten nach der Operation den empfindlichen Schulter- und Armbereich, lindern Schmerzen und schenken Trost in einer herausfordernden Zeit. Wie wichtig diese kleinen Begleiter sein können, weiß eine der Spenderinnen aus eigener Erfahrung: Heidi Zink erkrankte vor mehr als zehn Jahren selbst an Brustkrebs. „Ich habe damals auch ein Herzkissen bekommen, das bis heute mein treuer Begleiter ist“, erzählt sie bei der Spendenübergabe. „Es hat mich sowohl körperlich als auch seelisch unterstützt und es erinnert mich daran, dass ich den Krebs überstanden habe.“ Aus dieser persönlichen Erfahrung entstand während der Coronazeit der Wunsch, selbst Herzkissen zu nähen und weiterzugeben. Als die Kirchengemeinde im Rahmen ihres 50. Jubiläums nach sozialen Projekten suchte, brachte Heidi Zink den Vorschlag ein. Aus dieser Idee wuchs schnell eine feste Tradition, bei der jedes Jahr zwischen 50 und 100 Kissen für die Patientinnen der Frauenklinik entstehen.

Fleiß wie am Fließband

Mit den Jahren entwickelte sich aus der Arbeit fast eine kleine Manufaktur, bei der die einzelnen Arbeitsschritte routiniert ineinandergreifen: Während einige Mitglieder der Frauenhilfsvereinigung den Stoff zuschneiden, sitzen andere an den Nähmaschinen oder polstern die fertigen Kissenhüllen mit Füllwatte aus. Für die Beteiligten zählt dabei nicht allein das fertige Produkt. In jedem Kissen steckt viel persönliche Hingabe und mit jeder Spende möchten die Ehrenamtlichen den Patientinnen zeigen, dass Menschen an sie denken und ihnen Kraft wünschen. Die genähten Kissen bestehen deshalb nicht nur aus Stoff und Füllung, sondern tragen vor allem Zeit, Fürsorge und Hoffnung in sich.

Weitere Informationen:

Dr. Katharina Seitz
09131 85-33553
katharina.seitz(at)uk-erlangen.de