Mit Theranostik gezielt gegen Krebs
Prof. Dr. Dr. Florian Rosar ist neuer Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik
Seit 1. Mai 2026 ist Prof. Dr. Dr. Florian Rosar neuer Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik des Uniklinikums Erlangen. Er folgt auf Prof. Dr. Torsten Kuwert, der die Klinik seit 1998 leitete. Bis zu seinem Wechsel nach Erlangen war Florian Rosar stellvertretender Direktor und leitender Oberarzt der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.
Prof. Rosar bringt großes Know-how im Bereich innovativer nuklearmedizinischer Untersuchungs- und Behandlungsverfahren mit nach Franken. „In der Ausrichtung der Erlanger Nuklearmedizin auf modernste bildgebende diagnostische und therapeutische Verfahren sehe ich beste Voraussetzungen für meinen weiteren beruflichen Weg“, sagt der 34-Jährige, der schon mit 27 zum Funktionsoberarzt, mit 30 zum Oberarzt und mit 31 Jahren zum jüngsten stellvertretenden Klinikdirektor und leitenden Oberarzt am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg ernannt wurde. „Mich beeindrucken besonders die wissenschaftliche Stärke und das innovative Umfeld des Uniklinikums Erlangen und der FAU – bei einem gleichzeitig sehr persönlichen und familiären Charakter des Uniklinikums, der Universität und der gesamten Region“, erklärt Florian Rosar.
Theranostik: Therapie und Diagnostik
Besonderes Augenmerk legt der neue Klinikdirektor auf die Theranostik – eine Kombination aus Therapie und Diagnostik. Dabei kommen sogenannte Tracer zum Einsatz, das heißt radioaktiv markierte Substanzen, die an spezielle biologische Marker eines Tumors binden. Zunächst wird ein diagnostischer Tracer in den Körper injiziert, der sich in krebsbetroffenen Arealen anreichert. In anschließend aufgenommenen PET/CT- oder SPECT/CT-Bildern leuchtet die radioaktive Substanz dann genau dort auf, wo sich Krebszellen befinden. So lassen sich diese präzise identifizieren. Im zweiten Schritt wird ein etwas abgewandelter therapeutischer Tracer verabreicht, der die erkannten Tumorläsionen über denselben Mechanismus direkt erreicht. Dabei kommt nun eine therapeutische Strahlung mit kurzer Reichweite zum Einsatz, die die Tumorläsionen gezielt bestrahlt und gleichzeitig umliegendes gesundes Gewebe weitgehend schont. Prof. Rosar konnte bereits verschiedene innovative theranostische Verfahren von der Forschung in die klinische Anwendung überführen. „Dabei bewegen wir uns immer weiter in Richtung personalisierter Medizin, die Patientinnen und Patienten eine maßgeschneiderte Bildgebung oder molekulare Therapie gemäß ihrem jeweiligen Tumorprofil ermöglicht“, sagt er.
Erfolgsgeschichte des Standorts Erlangen weiter vorantreiben
„Für die zukünftige Weiterentwicklung des Standorts Erlangen sehe ich in der translationalen Theranostik und der molekularen Bildgebung großes Potenzial und meinen Forschungsschwerpunkt“, erklärt Prof. Rosar. „Gemeinsam mit meinem neuen Team möchte ich innovative Radiopharmaka und multimodale Ansätze für die Diagnostik und Therapie unterschiedlicher Tumorerkrankungen entwickeln.“ Bislang lag sein Fokus vor allem auf der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs. „Die dort erzielten Erfolge möchte ich weiter ausbauen und sie auch auf andere Krankheitsbilder übertragen, beispielsweise Darm-, Lungen- oder Brustkrebs, sowie auf bösartige Bluterkrankungen, aber auch auf nicht-onkologische Bereiche wie die Rheumatologie, Kardiologie oder Neurologie.“
Langfristig verfolge er das Ziel, die Erlanger Klinik zu einem international sichtbaren Exzellenzzentrum für Nuklearmedizin auszubauen. Dabei wolle Prof. Rosar auch seinen physikalischen Hintergrund aktiv einbringen, um unter anderem bestehende Bildgebungstechniken zu optimieren und weiterzuentwickeln. Neben dem Aufbau einer neuen Theranostikambulanz für verschiedene Tumorarten wird das Angebot der bestehenden Schilddrüsenambulanz der Nuklearmedizinischen Klinik unter der neuen Leitung bestehen bleiben und auch weiterhin das gesamte Spektrum der Diagnostik und Behandlung gut- und bösartiger Schilddrüsenerkrankungen abdecken.
Beruflicher Werdegang von Florian Rosar
Florian Rosar studierte von 2011 bis 2017 Humanmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und promovierte in diesem Fach im Jahr 2018. Parallel dazu absolvierte er ein Physikstudium – ebenfalls an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz –, das er 2021 mit dem Bachelor of Science abschloss. Anschließend studierte er Medizinische Physik an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau und erlangte dort 2025 den Master of Science. Im Jahr 2026 folgte eine weitere Promotion.
Im Jahr 2017 begann der gebürtige Saarländer seine Tätigkeit als Assistenzarzt in der Klinik für Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Mainz. 2018 wechselte er ans Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, wo er 2019 Funktionsoberarzt wurde. 2022 folgten die Anerkennung als Facharzt sowie die Ernennung zum Oberarzt. Ab 2023 war Prof. Rosar stellvertretender Klinikdirektor und leitender Oberarzt. 2024 habilitierte er sich und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Nuklearmedizin.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dr. Florian Rosar
09131 85-33411
nu-info(at)uk-erlangen.de







