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Uni-Klinikum, Medizinische Fakultät, HNO-Klinik, Forschungsstiftung Medizin

Nanopartikel als Virendetektoren

Manfred-Roth-Stiftung unterstützt SEON-Forschungsprojekt zu behüllten Viren wie SARS-CoV-2 mit 50.000 Euro

Viruserkrankungen bei Patienten zu diagnostizieren und effiziente Impfstoffe zu entwickeln, sind wichtige Aspekte bei der Kontrolle von Pandemien. Mit seinem innovativen Forschungsvorhaben trifft Prof. Dr. Christoph Alexiou, Leiter der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON) der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen, den Nerv der Zeit: Bei dem Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Virologischen Institut – Klinische und Molekulare Virologie (Direktor: Prof. Dr. Klaus Überla) des Uni-Klinikums Erlangen erfolgt, sollen superparamagnetische Eisenoxidnanopartikel zur verbesserten Diagnostik von behüllten Viren, zu denen auch das Coronavirus SARS-CoV-2 zählt, zum Einsatz kommen. Finanzielle Unterstützung erhalten der Sektionsleiter und sein Team dabei nun von der Manfred-Roth-Stiftung. Die Spende in Höhe von 50.000 Euro wird durch das Matching-Funds-Programm der Forschungsstiftung Medizin am Uni-Klinikum Erlangen auf insgesamt 67.500 Euro aufgestockt.
Scheckübergabe an das SEON-Team (v. l. n. r.): Klaus Teichmann (Stiftungsrat/Manfred-Roth-Stiftung), Christa Matschl (MdL a. D.; 1. Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Tumorzentrums der Universität Erlangen-Nürnberg e. V.), Prof. Dr. Christoph Alexiou (Oberarzt der HNO-Klinik, Leiter/SEON), Prof. Dr. Werner Daniel (Vorstandsvorsitzender/Forschungs-stiftung Medizin), Dr. Wilhelm Polster (Vorstand/Manfred-Roth-Stiftung), PD Dr. Dr. Rainer Tietze (SEON), PD Dr. Dr. Vladimir Temchura (Virologie). Foto: Alessa Sailer/Uni-Klinikum Erlangen

Aktuell können Mediziner Viren mittels zweier Methoden nachweisen: Bei PCR-Tests wird die virale RNA erfasst, ELISA-basierte Testungen ermitteln Antikörper gegen einen bestimmten Erreger. „PCR-basierte Diagnostik trifft jedoch keine Aussage hinsichtlich des aktuellen Status der viralen Infektion und ELISA-basierte Methoden weisen vor allem zu Beginn der Erkrankung relativ hohe Messunsicherheiten auf. Das kann bei einem großflächigen und sich schnell entwickelnden Pandemiegeschehen ein großer Nachteil sein“, erklärte Prof. Alexiou bei der Scheckübergabe. Wie können nun aber Partikel, die 500-mal so klein sind wie der Durchmesser eines Haars, Viren aufspüren? „Für die Detektion nutzen wir die Materialeigenschaften der Eisenoxidpartikel, etwa den Magnetismus. Die Nanopartikel können Proteinbestandteile bestimmter Viren binden und verändern so ihre magnetischen Eigenschaften, was sich sehr empfindlich messen lässt“, sagte der Sektionsleiter. „Die großzügige Spendensumme der Manfred-Roth-Stiftung macht es uns nun möglich, die notwendigen Forschungsarbeiten durchzuführen und zeigt auch das große Anwendungsspektrum von Nanopartikeln in der Biomedizin“, freute sich Christoph Alexiou.

Über die Manfred-Roth-Stiftung

Die gemeinnützige Manfred-Roth-Stiftung unterstützt neben sozialen, kulturellen und bildungsfördernden Projekten auch die wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Medizin. Die nach dem 2010 verstorbenen Fürther Unternehmer und Gründer der Handelskette Norma benannte Stiftung folgt damit den Vorgaben Manfred Roths, der schon zu Lebzeiten Projekte für das Gemeinwohl großzügig förderte.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Christoph Alexiou
Telefon: 09131 85-33142
E-Mail: christoph.alexiouatuk-erlangen.de