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Uni-Klinikum, Psychiatrie, Forschungsstiftung Medizin

Psychotherapie mit „mentalen Modellen“

Bürgervorlesung informiert über Denkmodelle, die bei Burn-out oder Depression helfen können

„Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat“ – dieser Auszug aus dem Matthäus-Evangelium beschreibt eine Art Aufwärtsspirale: Viel zitierte Fachartikel werden demnach immer noch häufiger zitiert, und wer erfolgreich in seinem Job ist, wird immer noch erfolgreicher. Dieser „Matthäus-Effekt“ ist neben dem Pareto-Prinzip (80-zu-20-Regel) und dem Eisenhower-Prinzip zur Kategorisierung anstehender Aufgaben ein Beispiel für mentale Modelle. Was genau mentale Modelle sind, wie wir sie nutzen können und inwieweit diese Denkmuster in der Psychotherapie Anwendung finden, darauf geht Prof. Dr. Johannes Kornhuber, Direktor der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, im Rahmen seiner Bürgervorlesung „Psychotherapie mit ‚mentalen Modellen‘“ genauer ein. Der Vortrag steht ab heute unter www.uker.de/bvl online zum Abruf sowie zum Download bereit.

Wir steuern unser Verhalten unter Berücksichtigung von Umweltbedingungen. Hierfür nutzen wir unsere Fähigkeit zur Vorausschau, um Ziele und Prioritäten zu setzen oder um Entscheidungen zu treffen. „Mit diesen sogenannten exekutiven Funktionen passen wir unser Handeln optimal der gegebenen Situation an, damit wir möglichst günstige Ergebnisse erzielen“, erklärt Prof. Kornhuber. „Allerdings ist unser Denken begrenzt: Auch nach reiflicher Überlegung führen viele Handlungen nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Dies resultiert beispielsweise in schlechtem Zeitmanagement, zu wenig Schlaf sowie beruflichen und finanziellen Fehlschlägen.“ Das Gefühl, ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle zu haben sowie ein niedriger Selbstwert können dann die Folge sein. Dies wiederum kann zu persönlichen Krisen, Burn-out, Angst und Depression führen.

Mentale Modelle sind wichtige Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensgebieten. Die universellen Regeln können im privaten und beruflichen Leben angewendet werden. Mentale Modelle filtern relevante Informationen und reduzieren die Informationsflut auf ein verarbeitbares Niveau. „Die Modelle befähigen zur objektiveren Sicht auf die Welt und langfristig zu vernünftigeren Handlungen. Bei der Anwendung korrekter mentaler Modelle ergeben sich langfristig positive Konsequenzen in allen Lebensbereichen“, erläutert Prof. Kornhuber. „Sie stärken die Widerstandskraft und den Selbstwert.“

Bürgervortrag online abrufen

Was sind mentale Modelle und wie beeinflussen sie uns positiv? Wie werden mentale Modelle in der Psychotherapie eingesetzt? Diesen und ähnlichen Fragen geht Prof. Kornhuber im Rahmen seiner Bürgervorlesung „Psychotherapie mit ‚mentalen Modellen‘“ auf den Grund. Die Veranstaltung musste coronabedingt leider ohne Publikum stattfinden; alle Interessierten können den Vortrag aber jetzt online abrufen. Auch der kommende letzte Termin im laufenden Wintersemester 2020/21 wird nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden, jedoch sieben Tage nach der geplanten Durchführung online zugänglich sein. Der Link zur Mediathek und aktuelle Informationen sind unter www.uker.de/bvl zu finden.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Johannes Kornhuber
Telefon: 09131 85-34166
E-Mail: direktion-psychatuk-erlangen.de