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Uniklinikum Erlangen hat weltweit ersten mobilen C-Bogen CIARTIC Move

Uniklinikum Erlangen hat weltweit ersten mobilen C-Bogen CIARTIC Move

Automatisiertes System entlastet OP-Teams und macht Eingriffe schneller und präziser

Das Uniklinikum Erlangen verfügt seit Kurzem über das weltweit erste Gerät des Typs CIARTIC Move der Siemens Healthineers AG. Dabei handelt es sich um einen selbstfahrenden, mobilen C-Bogen, der die intraoperative Bildgebung erheblich erleichtert und beschleunigt. CIARTIC Move wurde in den vergangenen drei Jahren von Siemens Healthineers gemeinsam mit der Unfallchirurgischen und Orthopädischen Klinik des Uniklinikums Erlangen entwickelt. „Wir hatten das große Privileg, das System gemeinsam mit Siemens Healthineers zu entwickeln und Input aus Anwendersicht zu geben“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. Mario Perl. „Wir haben das Gerät präklinisch und klinisch getestet und sind rundum überzeugt davon. Die enge Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik und Klinik birgt enormes Innovationspotenzial und hat dazu geführt, dass wir jetzt hier am Standort Erlangen das erste System dieser Art weltweit einsetzen können.“

CIARTIC Move ermöglicht eine automatisierte intraoperative Röntgenbildgebung in 3-D und 2-D. Dabei besteht auch die Möglichkeit, zunehmend Strahlung für die Patientin bzw. den Patienten und das medizinische Team einzusparen. Der neue C-Bogen (Bildwandler) stellt selbst feinste anatomische Details und metallische Objekte wie Schrauben und Drähte hochpräzise dar. Dabei erspart das Gerät OP-Teams viel Zeit und Aufwand.

So beweglich wie noch nie

Dank des motorisierten Fahrgestells lässt sich der CIARTIC Move frei und kontinuierlich in beliebige Richtungen bewegen. Möglich wird dies durch omnidirektionale, holonome Räder. Diese erlauben akkurate Bewegungen – selbst auf sehr kleinem Raum. So kann der CIARTIC Move exakt dort über der Patientin oder dem Patienten platziert werden, wo er gebraucht wird. Dabei erfüllt der Bildwandler höchste Anforderungen an die Patientensicherheit. Dank berührungsempfindlicher Griffe kann das Gerät außerdem mühelos verschoben werden – während eines Eingriffs oder danach, wenn es in einem anderen OP-Saal benötigt wird. Das Fahrgestell ist zudem eine wichtige Voraussetzung für verschiedene Automatisierungsfunktionen. „Es gibt zum Beispiel einen integrierten Assistenten, der beim Positionieren des C-Bogens hilft“, erklärt Prof. Perl. „Das spart im OP-Saal viel Zeit. Vor Beginn eines Eingriffs speichere ich mir einfach die relevanten Positionen ab und rufe sie wieder auf, wenn ich sie brauche. Das spart auch Röntgenstrahlung ein, weil ich eben keine ‚Testschüsse‘ machen muss, sondern die richtige Position einfach und schnell reproduzieren kann.“ Während frühere C-Bögen manuell und teilweise unter Anstrengung zum OP-Tisch hin- und wieder weggefahren werden mussten, geschieht dies nun fast wie von selbst – gesteuert durch eine Fernbedienung. Das System merkt sich seine vorherige Position am OP-Tisch und nimmt sie auf Wunsch jederzeit automatisch wieder ein. „Das ist vor allem auch für das OP-Pflege-Team eine große körperliche und zeitliche Entlastung. Für alle ist das weniger Workload und weniger Stress“, so Mario Perl.

Konzentration auf das Wesentliche – den Menschen auf dem OP-Tisch

„Für alle unsere Patientinnen und Patienten sind wir an sieben Tagen pro Woche, 24 Stunden täglich im Einsatz – auch und gerade für Notfälle mit schweren unfall- oder verletzungsbedingten Traumata“, sagt Prof. Perl. „Der CIARTIC Move ist dabei sehr wertvoll, weil er uns Operateure und Operateurinnen entlastet. Ich muss mich ab jetzt nicht mehr mit dem aufwendigen Manövrieren des C-Bogens beschäftigen, beziehungsweise dazu nicht mehr permanent mit der Operationstechnischen Assistenz kommunizieren und interagieren. Der Bildwandler wird jetzt automatisch auf Knopfdruck positioniert. Wenn ich operiere, kann ich mich dadurch viel besser auf die Patientin oder den Patienten fokussieren. Deshalb ist der neue C-Bogen ein Gamechanger für uns.“ Die Operationstechnische Assistentin Anna Danisha Jones stimmt zu: „Man hat dank des CIARTIC Move schneller Bilder, schneller Ergebnisse und der Operateur kann sich das System selbst so einstellen, wie er es braucht. Ich muss dadurch nicht mehr ständig am Gerät stehen und habe während der OP mehr Zeit für andere wichtige Aufgaben.“

Wie schnell soll sich der C-Bogen bewegen? Auf welchem Bodenbelag laufen seine Räder? Wie viele Positionen und Bilder soll das System speichern können? Zu diesen und vielen anderen Detailfragen tauschte sich das Team der Unfallchirurgie-Orthopädie des Uniklinikums Erlangen immer wieder mit Siemens Healthineers aus, und die Medizintechnikexpertinnen und -experten nahmen, wenn nötig, immer wieder Anpassungen an ihrer Entwicklung vor. „Am Ende ist ein System entstanden, das unsere Anforderungen perfekt erfüllt. Wir sind sehr stolz auf diese Zusammenarbeit“, freut sich Prof. Perl. Im Rahmen einer klinischen Zulassungsstudie von Dezember 2023 bis März 2024 wurde ein Prototyp des CIARTIC Move in der Unfallchirurgie-Orthopädie des Uniklinikums Erlangen getestet. Jetzt ist das weltweit erste zugelassene Gerät hier im Einsatz.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Mario Perl
09131 85-33272
mario.perl(at)uk-erlangen.de