Verbesserte Langzeitnachsorge für krebserkrankte Kinder
Aktuelle Studie erkennt Spätfolgen von Krebstherapien im Kindesalter frühzeitig // Gesunde Teilnehmende für Vergleichsdaten gesucht
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe des Uniklinikums Erlangen hat die Spätfolgen von kinderonkologischen Erkrankungen untersucht. Mit den veröffentlichten Ergebnissen des Pilotprojekts „MinimALL“ haben Dr. Alexander Dierl, PD Dr. Axel Karow und Dr. Eva-Maria Wild von der Kinder- und Jugendklinik zusammen mit Dr. Maximilian Hinsen vom Radiologischen Institut belegt, dass sich funktionelle Lungenveränderungen bei Kindern und Jugendlichen, die eine Leukämie überlebt haben, mittels moderner Bildgebung frühzeitig entdecken lassen. Mit dem Folgeprojekt „MaximALL“ wollen die Forschenden diese Erkenntnisse durch eine größer angelegte Studie vertiefen und untersuchen, ob sich die Spätfolgen von Krebstherapien auf Herz, Lunge und Gefäße durch den Einsatz innovativer Bildgebungsverfahren erkennen lassen. Für diese aktuelle Studie, die von der Deutschen Kinderkrebsstiftung gefördert wird, werden derzeit gesunde Teilnehmende zwischen 18 und 40 Jahren als Vergleichsgruppe gesucht.
Langzeitüberlebende von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter haben ein erhöhtes Risiko für Spätfolgen, die auch Jahre nach der eigentlichen Erkrankung noch auftreten können. Sensible diagnostische Verfahren zum frühzeitigen Erkennen von Veränderungen an der Lunge fehlten bislang. Mit „MinimALL“ zeigten die Forschenden, dass mittels der neuen Methode PREFUL Low-Field MRT eine funktionelle und strukturelle Lungenbildgebung ohne Kontrastmittel möglich ist.
Für die Folgestudie „MaximALL“ formierte sich am Uniklinikum Erlangen jetzt eine weitere interdisziplinäre Projektgruppe mit Dr. Alexander Dierl und Dr. Eva-Maria Wild von der Kinderklinik sowie Dr. Nadine Bayerl und Dr. Maximilian Hinsen von der Radiologie. „Wir entwickeln die Ergebnisse von „MinimALL“ systematisch weiter und untersuchen dafür ein größeres, multizentrisches Patientenkollektiv“, erklärt Wissenschaftlerin Dr. Eva-Maria Wild. „Unser Ziel ist es, sensitivere diagnostische Strategien für Betroffene zu etablieren und so die Grundlage für eine strukturierte, frühzeitig beginnende und lebenslange Langzeitnachsorge zu stärken.“
Gesunde Probandinnen und Probanden gesucht
Für die Ermittlung von Vergleichsdaten sucht die Forschungsgruppe für „MaximALL“ gesunde Teilnehmende zwischen 18 und 40 Jahren, die gegen eine Aufwandsentschädigung einen umfassende Herz-Lungen-Check erhalten (Untersuchung mittels MRT ohne Kontrastmittel, Spiroergometrie am Laufband, Lungenfunktionsdiagnostik und Herz-Ultraschall). Für den Kontakt, für weitere Informationen und zur Anmeldung bitte eine E-Mail an
ki-nachsorgeforschung(at)uk-erlangen.de schreiben.
Weitere Informationen:
Dr. Eva-Maria Wild
eva-maria.wild(at)uk-erlangen.de






