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Uni-Klinikum, HNO-Klinik

Was tun bei Schniefnase und Halskratzen?

HNO-Spezialist Dr. Frank Waldfahrer gibt Tipps bei Schnupfen und Halsschmerzen

In der grauen Jahreszeit ist Hochsaison in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen. Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Halsschmerzen oder Schnupfen in die Hochschulambulanz. Doch wann muss ich bei Beschwerden wirklich zum Arzt? Helfen altbekannte Mittel wie heiße Zitrone oder Kamillentee wirklich gegen die Erkältung? Dr. Frank Waldfahrer, Oberarzt in der HNO-Klinik des Uni-Klinikums Erlangen, gibt Tipps bei Schnupfen und Halsschmerzen.

Bekannte Methoden zur Linderung der Erkältungssymptome fördern zwar das Wohlbefinden der oder des Betroffenen, einen „Heileffekt“ haben Tee, Lutschbonbons oder das Inhalieren von Kochsalzlösung jedoch nicht, ist sich Dr. Waldfahrer sicher: „Damit pflegen Sie Ihre Schleimhäute und das kann eine subjektive Besserung der Symptome bewirken. Die heiße Zitrone beispielsweise fördert durch ihren sauren Geschmack den Speichelfluss. Diese Befeuchtung kann Halsschmerzen lindern, aber die Entzündung klingt nicht schneller ab.“ Dass eine hohe Einnahme von Vitamin C Erkältungen zeitiger verschwinden lässt, konnten bisherige Studien nicht beweisen. Werden dem Körper mehr wasserlösliche Vitamine, zu denen auch Vitamin C gehört, zugeführt als nötig, scheidet der Körper diese einfach wieder aus. Auch die kausale Wirkung abschwellender Nasensprays ist aktuell nicht fundiert nachweisbar.

Lieber Salbei statt Kamille

„Probiotika hingegen – nicht als Joghurt, sondern aus der Apotheke – haben sich als hilfreich erwiesen, ebenso wie Propolis. Studien konnten zeigen, dass dieses von Bienen produzierte Kittharz, das antiviral und antibakteriell wirkt, eine positive Wirkung hat, wenn es vorbeugend angewendet wird“, fügt der HNO-Spezialist hinzu. Von Kamillentee oder -extrakt als Beigabe zum Inhalieren rät er allerdings ab, denn: Entgegen der volkstümlichen Meinung, Kamille sei das Wundermittel schlechthin, wenn man krank ist, trocknet sie die Schleimhäute aus, anstatt diese zu befeuchten. „Ich rate da eher zu Salbei“, so Dr. Waldfahrer weiter.

Antihistaminika helfen bei verstopfter Nase

„Wenn es Ihnen guttut, können Sie Bonbons lutschen, um den Mundraum feucht zu halten. Wichtig ist jedoch, zur zuckerfreien Variante zu greifen, um die Zähne zu schonen. Auch das Inhalieren fördert das persönliche Wohlbefinden – aber achten Sie darauf, dass Inhalationsbehälter ausreichend gereinigt sind, denn sie verkeimen schnell und schaden Ihnen so eher als dass sie Ihnen nutzen.“ Der Oberarzt hat noch einen eher unbekannten Tipp: „Die eigentlich von Heuschnupfenpatienten genutzten Antihistaminika sind in der Apotheke frei verkäuflich und können die Schwellung an den Schleimhäuten reduzieren.“

Arztbesuch oft unnötig

Aber wann sollte man denn nun wirklich zum Arzt? „Wenn Sie eine einfache Erkältung haben, gibt es keinen Grund, einen Fachmann aufzusuchen. Nur wenn Symptome auftreten, die für Sie neu sind, oder wenn die Beschwerden sehr lange anhalten, ohne sich zu bessern, sollten Sie sich ärztlichen Rat holen“, betont Dr. Waldfahrer. „Bei starken Halsschmerzen beispielsweise kann eine Mandelentzündung durch einen Arztbesuch ausgeschlossen werden.“

Weitere Informationen:

Dr. Frank Waldfahrer
Telefon: 09131 85-36858
E-Mail: frank.waldfahreratuk-erlangen.de

 
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