Innovatives 3D-Tumormodell verbessert Hautkrebsforschung
Manfred-Roth-Stiftung spendet 35.000 Euro für Forschungsprojekt des Uniklinikums Erlangen
Plattenepithelkarzinome gelten als die zweithäufigsten malignen Hauttumoren. Sie gehören zu den hellen Hautkrebstumoren und entstehen zumeist an Kopf oder Hals, also Bereichen, die dauerhaft der Sonne ausgesetzt sind. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl dieses Hautkrebses vervierfacht. Dr. Elisabeth Eschenbacher, Ärztin der Plastischen- und Handchirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen, will mittels der Bioprinting-Technologie ein neuartiges realitätsnahes 3D-Tumormodell entwickeln. Dieses ermöglicht die präzise Untersuchung, welche Effekte UV- und Röntgenstrahlung sowie zielgerichtete Chemotherapien auf Plattenepithelkarzinome haben. „Mit diesem innovativen Tumormodell können wir die frühe Phase der Metastasierung sowie die initiale vaskuläre Reaktion auf Strahlentherapie realitätsnah nachvollziehen“, würdigt Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch den Forschungsansatz von Dr. Eschenbacher. Die Manfred-Roth-Stiftung fördert das Projekt mit einer Spende in Höhe von 35.000 Euro. Mit seinem Matching-Funds-Programm stockt das Uniklinikum Erlangen die Summe auf insgesamt 44.100 Euro auf.
„Mit der Entwicklung eines strahlentherapeutisch validierten ln-vitroModells folgen wir dem sogenannten 3R-Prinzip zur Verringerung von Tierversuchen“, betont Dr. Eschenbacher. „Das auf der Basis von Hydrogel komplex strukturierte Tumormodell erlaubt uns realitätsnähere Analysen von Zell-Zell- und Zell-Matrix-Interaktionen unter therapeutischem Einfluss und bietet uns damit die Möglichkeit, Tierversuche zu ersetzen, zu reduzieren oder zu verfeinern.“ Die Projektleiterin erforscht schon seit längerer Zeit die Eignung von verschiedenen Hydrogel-Systemen für die Entwicklung von Melanom- oder Mammakarzinom-Modellen.
Über die Manfred-Roth-Stiftung
Die gemeinnützige Manfred-Roth-Stiftung unterstützt neben sozialen, kulturellen und bildungsfördernden Projekten die wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Medizin. Die nach dem 2010 verstorbenen Fürther Unternehmer und Gründer der Handelskette Norma benannte Stiftung folgt damit den Vorgaben Manfred Roths, der schon zu Lebzeiten großzügig Projekte für das Gemeinwohl förderte.
Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Raymund E. Horch
09131 85-33277
kathrin.maurer(at)uk-erlangen.de
