Mehr Ärztinnen und Ärzte für die Region
Erster Jahrgang schließt Medizinstudium am Medizincampus Oberfranken ab
Sie sind motiviert, hervorragend ausgebildet – und jetzt auf dem Sprung ins Berufsleben: 23 junge Frauen und Männer haben soeben ihr Medizinstudium der FAU Erlangen-Nürnberg am Medizincampus Oberfranken (MCO) in Bayreuth erfolgreich abgeschlossen. Gestartet sind sie zum Wintersemester 2019/20 in Erlangen. Nach der vorklinischen Ausbildung wechselten die Studierenden im Sommersemester 2022 für ihren klinischen Abschnitt nach Bayreuth. Das Besondere: Sie sind die ersten Absolventinnen bzw. Absolventen im Rahmen dieses wegweisenden Kooperationsprojekts unter Federführung der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Kooperation mit dem Klinikum Bayreuth, dem Uniklinikum Erlangen, den Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken sowie der Universität Bayreuth.
„Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, dieses ambitionierte Projekt der Bayerischen Staatsregierung so erfolgreich umzusetzen, wie dieser erste hervorragende Abschlussjahrgang beweist“, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler, Senior Professor an der Medizinischen Fakultät der FAU und Beauftragter der Universität für den Medizincampus Oberfranken. Er hat den MCO federführend aufgebaut und wird ihn nun gemeinsam mit allen Partnern strategisch weiterentwickeln. „Der Medizinischen Fakultät der FAU war es ein besonderes Anliegen, die Professuren am Standort Bayreuth in enger Kooperation mit dem Klinikum Bayreuth mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu besetzen, die zugleich als engagierte Klinikdirektorinnen und -direktoren die medizinische Versorgung am Bayreuther Klinikum sicherstellen. Nur so können wir eine exzellente Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten ermöglichen.“
Die Bayerische Staatsregierung hatte mit dem Projekt vor allem darauf abgezielt, die medizinische Ausbildung mehr in die Fläche zu bringen, um sicherzustellen, dass junge Ärztinnen und Ärzte sich nicht nur in den Metropolen ansiedeln, sondern auch in kleineren Städten die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Der Plan ist aufgegangen: Von den 15 jungen Frauen und 8 jungen Männern haben einige bereits berufliche Pläne in der Region.
Einer davon ist Sebastian Schramm. Er startet im März eine ärztliche Weiterbildung im oberfränkischen Kulmbach: „Das Studium am MCO war eine herausfordernde, aber auch wunderschöne Zeit. Es war toll, die Möglichkeit gehabt zu haben, eine hochwertige medizinische Ausbildung heimatnah absolvieren zu können.“
Auch Sabrina Kennemann ist dankbar für ihr Studium am MCO: „Für mich bedeutet der MCO, in einer familiären Atmosphäre mit viel Raum zur Mitgestaltung zu studieren. Auch wenn wir jetzt keine Vorlesungen mehr dort haben, kommt man trotzdem an den Campus und trifft bekannte Gesichter, die sich ebenfalls freuen, einen wieder zu sehen."
Selbst diejenigen im Abschlussjahrgang, die sich nicht oder noch nicht für eine Weiterbildung in Oberfranken entschieden haben – wie etwa Regine Hofer oder Jennifer Schmidmer –, sind mit ihrem Studium am MCO sehr zufrieden: „Seit dem Wechsel nach Bayreuth bestand ein aktiver Austausch zwischen den engagierten MCO-Verantwortlichen und uns Studierenden“, sagt Regine Hofer. „So konnten auch anfängliche Hürden überwunden und das Studium möglichst studentenfreundlich gestaltet werden. Deshalb bedeutet der MCO für mich Kooperation, aber auch Eigenverantwortung als Studierende.“
Jennifer Schmidmer nimmt aus dem Studium am MCO ebenfalls viel für ihr Leben mit: „Ich bin sehr dankbar, Teil des ersten Jahrgangs am MCO gewesen zu sein, der durch seine kleine Größe eine besonders persönliche und familiäre Studienatmosphäre sowie ein großes Engagement der Professorinnen und Professoren ermöglichte. Trotz der anspruchsvollen Prüfungen blicke ich auf eine sehr schöne und prägende Studienzeit in Bayreuth zurück, aus der Freundschaften fürs Leben entstanden sind.“
Einer der Prüfer der ersten Abschlusskohorte war Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner, Direktor der Klinik für Geriatrie am Klinikum Bayreuth und Sprecher der Kollegialen Leitung des Instituts für Lehre und Forschung am Medizincampus Oberfranken. „Es freut mich außerordentlich, dass das Staatsexamen in Bayreuth so erfolgreich abgeschlossen werden konnte und wir dem Ziel, Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen ein Stück nähergekommen sind.“
Die jungen Medizinerinnen und Mediziner erhielten am Wochenende im Rahmen einer Abschlussfeier ihre Examenszeugnisse aus der Hand von Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler und Prof. Dr. Tilmann Volk, Studiendekan der Medizinischen Fakultät der FAU.
Der Studiengang Humanmedizin Erlangen/Bayreuth umfasst mittlerweile über 780 angehende Ärztinnen und Ärzte.
Quelle: uni | mediendienst | aktuell Nr. 4/2026
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Schüttler
Beauftragter für den Medizincampus Oberfranken
juergen.schuettler(at)fau.de
